Wenn ich nun schon die Ehre habe, einen Bericht über die Begegnung AEM-SV Ebersbach zu verfassen, dann soll dieser wenigstens im Stile von Robert beginnen.
Through these fields of destruction, Baptism of fire, I've watched all your suffering as the battles raged higher.DIRE STRAITS - "Brother in Arms"
Spielernerven am Rande der Zerstörung, Bretter in Flammen und leidende Magdeburger und Ebersbacher Gesichter waren zu beobachten, als die Schachkämpfe mehr und mehr tobten und beide Mannschaften nach diesem Wochenende wieder mitten im Abstiegskampf stecken.
Doch der Reihe nach.
Hochmotiviert und erfreut meine erste Oberliga Doppelrunde spielen zu können, begab ich mich schon am Freitag auf die Reise nach Magdeburg, um mit Nudel angemessen dessen Rückkehr aus Russland zu feiern. Nachdem sich noch Robert "Pastor" Offinger dazu gesellte und wir uns im "P7" mit einem Ebersbacher Nichtschachspieler verabredeten, konnte der Abend also beginnen. Ok, bis jetzt klingt alles wie ein ganz normaler Abend am Wochenende, der mit einem Konzertbesuch endet! Doch da hat uns eine, sagen wir mal Band, einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Wer jetzt auf eine detaillierte Beschreibung dieser Gurkentruppe (ich würde nicht sagen Musikband, mehr dazu siehe: Sprüche) wartet, wird sich leider täuschen, denn mir fehlen einfach immer noch die Worte. Was die Jungs abgeliefert haben, ist einfach nur schlecht, aber dafür schon wieder so grandios schlecht, dass es total geil war und wir mit Tränen in den Augen, Schüttelkrämpfen vor Lachen, begeistert mitgesungen haben.
Schachlich, moralisch und kulinarisch also optimal präpariert, konnte damit das lang ersehnte Punktspiel beginnen. Nach taktischen Spielchen mit der Aufstellung und dem Verteilen des obligatorischen Ebersbacher Gastgeschenkes, saßen sich beide Mannschaften fast in Topbesetzung gegenüber und die Uhren konnten gedrückt werden.

AEM-Ebersbach, am Spitzenbrett vorne: Flash-Miroslav Bores (Quelle: Nudel)
Eine sehr ausgeglichene und spannende Partie endete an Brett 3 mit einem gerechten Remis. Mannschaftsleiter Christian "Zumpe" Noack, war natürlich leicht getrübt, hatte er besonders an diesem Brett den vollen Punkt für Ebersbach eingeplant. Aus Strafe für die verlorenen Punkte, wurden beide Kämpfer erst einmal zu harter, körperlicher Arbeit geschickt. Während sich nach einer Stunde alle Partien im Gleichgewicht befanden, wurde nach der Rückkehr der Umzugshelfer deutlich, das Flash leicht besser und Willi mit einer Qualität mehr, bedeutend besser steht. Dafür war Roman gegen Weuni schnell in entscheidenden Vorteil gekommen und Mc hatte im Turmendspiel einen Bauern eingebüßt. In der Zwischenzeit konnte Robert seinen Vorteil ausbauen und schien sicher und ungefährdet den vollen Punkt einzufahren.
Tendenz, nach drei Stunden deutete also alles auf einen knappen Sieg für AEM hin. Damit sollten gemäß ML Jens Windelband, die Bretter vier und fünf eine entscheidende Rolle im Ausgang des Kampfes bekommen. Das dem nicht so war, lag zum einen daran, dass Zdenek Volf in schlechterer Stellung, eine Remisabwicklung fand und das Endspiel bei Christian gegen Pavel auch remis ausging. In der Zwischenzeit konnte Weuni seine schlechtere Stellung nicht mehr zusammenhalten, Mc Schwenke's Minusbauer erwies sich als spielentscheidend und damit lagen wir erst einmal überraschend mit 2,5-0,5 vorn. Nachdem Willi den Vater des Schreibers dieser Zeilen ins Remis entwischen ließ und Flash sicher seine Stellung verbessert und zum Sieg führte, die Bretter vier und fünf wie beschrieben Remis spielten, lag es nun an Robert, AEM wenigstens noch einen Mannschaftspunkt zu retten. Nachdem Robert schon wie der sichere Sieger aussah, rückte die Zeitnot immer näher und auf einmal ist aus einem Mehrbauern von Doc AEM eine Qualität mehr für Doc Ebersbach geworden.
Blackout oder nur einen kurzen Moment an "Disko, Hottentoten ... Rotes Licht, Grünes Licht, blaues, Licht, gelbes Licht" (Song der beschriebenen Gurkenmusikkombo) gedacht, ich weiß es nicht. Frustrierte Gesichter bei AEM und besonders bei dem ML, welcher sich schon über Weisheiten des Schreibers zu freuen schien, immer nach der Devise:
All you zombies hide your facesThe HOOTERS - "All you zombies"
Zeitnot, hin- und herrücken und dann ein Reklamieren von Doc Holli auf dreimalige Stellungswiederholung. Das war es dann mit der Chance für AEM, den Punkt zu holen. 3,5-4,5 gegen Ebersbach verloren.
Doch halt, da war doch noch etwas. Nach hektischer Analyse und Stellungsrekonstruktion konnte jedoch festgestellt werden, dass es gar keine Stellungswiederholung war. Damit Zeitstrafe für Ebersbach, neuer Mut in den Gesichtern der Mannschaft von ML Jens Windelband und besonders neue Motivation für Robert. Dieser konnte die Partie tatsächlich noch drehen und rettete damit das 4-4. Am Ende sicherlich etwas glücklich für Ebersbach, aber dafür haben wir Euch ja einen Kasten Bier dargelassen. Wir ließen den Abend in der "Prager Wenzelstube" mit tschechischem Bier und tschechischen Spezialitäten ausklingen und hatten zudem das Vergnügen von Meister Windelbrand, zu vorgerückter Stunde, eine Stadtführung durch Magdeburg zu erhalten.
Danke Nudel, besonders im Namen von Roman.
Vom Ergebnis sicherlich kein optimales Wochenende für unsere Mannschaften, aber von der Stimmung sind Doppelrunden eine tolle Erfindung. Ich hoffe das beide Mannschaften dem Abstieg entgehen können, wir euch nächste Saison wieder einen Kasten Bier (bzw. wahlweise einen Kasten Wasser) übergeben können und uns vielleicht in Ebersbach wiedersehen werden.
Take it easy baby, take it as comesThe DOORS - "Take it as it comes"

von links nach rechts: Maiki und Zumpe (Quelle: Nudel)
siehe Runde 7