Hallo Verehrtes Publikum,
nach dem großartigen Erfolg meiner Bücher im letzten Jahr, hat mein Verleger mich gebeten, was Neues zu schreiben, um einen Herbst-Hit zu landen. Das tue ich mit diesem Buch über die erste Runde der Oberliga in Gera. Das Buch wird sicherlich diesmal nicht so gut sein, um den Pulitzerpreis zu erhalten, aber im Gegensatz zu meinen früheren Büchern, die vor allem für Preise und Jurys geschrieben wurden, ist dieses Werk für ein breites Publikum zugänglich, und muss das Geld in die Kasse bringen.
Entspannen Sie sich und lesen Sie weiter, wobei ich sagen soll, dass ich keine Lust hatte, es zu schreiben, und mich richtig zwingen musste.
Freitag, 8.10.2004, 19.10, ich stehe vor der Sporthalle in der Friedhofsstraße, und obwohl das Licht drinnen an ist, befindet sich offensichtlich niemand im Gebäude.
19.19 – Flash kommt, von seinem Bruder gefahren, nach einer kurzen Unterhaltung beschließe ich auf der kleinen Bahn vor der Halle 3000 m zu laufen, die mir einen Tag zuvor meine erste 6 brachten, weil ich eine Pause einlegte, mich auf die Bank zu den Entschuldigten setzte und mit ihnen eine Minute lang sprach. Nachdem ich die erste Runde in einer rekordverdächtigen Zeit absolviere, kommt der Zwerg namens Flash auf die Idee mit seinen 3 halben Schritten = 2 Meter die Strecke zu messen. Das Ergebnis ist erschreckend – die Runde ist nicht mal 200 m lang, was für mich mehr als 15 Runden bedeutet – ich höre also lieber auf.
19.30 – Die Socken kommen und bringen Schlüssel mit, wir können also reingehen, was auch vernünftig ist, da es draußen mittlerweile ziemlich kalt ist. Ach so, fast vergessen, den Ball und Weuni haben sie auch mitgebracht.
Die nächste halbe Stunde lasse ich aus, beschreibe jetzt kurz
das Spiel, und komme auf diese Zeit zurück. Die AEM-Truppe (Effi
– die meiste Zeit wie gewöhnt im Tor, Flash, Weuni, Junior
und der Pastor) gewinnt im 4 gegen 4 sausouverän mit 25:7 gegen
Roman und Co. Bemerkenswert, danach wechselt der Pastor die Seite,
aber es wird nicht wirklich besser. Dieselben Kombis von AEM mit dem
Traumduo an der Spitze Flash-Weuni gehen immer wieder, und Effi, als
Torwart mit 6 Pässen, die zu einem Tor führen,
überragen.
(Anmerkung des Verlegers: immerhin war es statt ganz
schlimm nur noch halb so schlimm für die gegnerische Truppe, aber
zugegebenermaßen nicht wirklich gut.)
Und nun zu den 30 Minuten, die von meinem Verleger verlangt wurden. In der Halle finden wir kleine, aber trotzdem recht schwere Bälle, die sich wunderbar zum Feuerball eignen, was Weuni auch sofort vorschlägt. Roman und seine Freunde sind noch nicht da, und zu fünft können wir sicherlich nicht spielen. Darum begnügt sich jeder, so wie er kann, Junior schießt die kleinen Bälle auf großes Tor, und Flash spielt Daniel Copperfield (von mir aus auch Gudini, wobei ich keine Ahnung habe, ob er so geschrieben wird) – er schießt und der Ball verschwindet. Oh, Wunder! Es stellt sich heraus, dass im horizontalen Flachstück in der Wand hinter dem Basketballkorb und neben der schwedischen Mauer (ich komme jetzt nicht drauf, wie es im Deutschen heißt., und habe keine Lust das Wort im Wörterbuch nachzugucken), es ein Loch gibt, was zwar normalerweise bedeckt sein soll, was aber an diesem Abend nicht der Fall war. Tja, das Loch befindet sich etwa auf der Höhe vom Basketballkorb, und der Ball liegt ganz unten. Außerdem befinden sich in diesem Stück der Wand wohl verschiedene Leitungen und eine Menge Staub. So ist es verständlich, dass Flash sich zuerst weigert, da hereinzukriechen. Nach einigen kreativen Ideen die aber nichts taugen, z.B. mit den Schägern für Unihock, den Ball zu holen, verschwindet Flash für einige Sekunden, und als er zurückkommt, haben wir einen Fußball, einen Volleyball und einen staubigen Flash. Na ja, ich fand die Geschichte eigentlich nicht so toll, und was ich nicht toll finde, kann ich auch nicht gut beschreiben, aber wie gesagt mein Verleger …
Ich spare mir Details, ich sage nur soviel :
Und Auto II mit 10 Minuten Verspätung, weil Michael unbedingt gegenüber dem Spiellokal parken wollte und nicht wie die anderen in einer Nebenstraße. Na ja, das hat er auch geschafft, aber vielleicht hat ihm dann diese Zeit gefehlt. Wie es sich später herausstellen sollte, konnten wir uns das Auto auch sparen.
Bereits nach der ersten Stunde meint Flash zu mir: „ Robby verliert, Lf4 ist doch einfach schlecht, kommt h6 und auf h4 g5.“ So wie ich es noch in Erinnerung behalten habe, teilte Flash mir außerdem mit, er habe bereits eine schlechte Erfahrung mit dieser Variante als Weißer gemacht. Bei Robby kommt es genauso, wie es vorausgesagt wird, und obwohl er zwischendurch nach meinem kurzen Blick in einer taktisch interessanten Stellung gar nicht so schlecht stand, war es wahrscheinlich doch verloren, obwohl ich jetzt, ohne die Partie mir anzugucken , keine Aussagen dazu machen werde. Dafür war es schon früh bei ML klar, dass er gewinnt, weil sein Gegner anscheinend irgendeine Variante im Slawisch verwechselte, und später dafür mit Matt bestraft wurde. Leider habe ich an dem Tag nicht so viel auf die Bretter der anderen geachtet, und darum hätte ich es auch besser gefunden, wenn ich meinen Bericht über eine andere Runde geschrieben hätte, aber na ja …
Deswegen habe ich auch nicht gesehen, in welcher Stellung Pavel durch Zeit gewann, oder wie Flash plötzlich schnell fertig wurde, obwohl es für mich eher nach einem 7h-Endspiel aussah. An meinem Brett verlor ich im Mittelspiel in einer leicht besseren Stellung den Faden, geriet in Zeitnot, wobei mein Gegner mit genügend Zeit mitzublitzen anfing, und statt klar gewonnene Stellung zu haben…
…mir die Chance gib gleich nach der Zeitkontrolle eine Figur zu opfern, wonach mein Gegner mir sofort Remis anbot, weil er sich lieber auf das Dauerschach einlassen wollte, als auf das gefährliche Endspiel mit einer Figur mehr. Parallel sofort nach dem Remisangebot am Brett 1, wurde auch dem Neuzugang Dr.Quist remis geboten, was er auch nach kurzer Absprache mit dem Teamchef annahm. Kurz davor gab Michael am Brett 7 auf, nachdem er und sein Gegner bis zum 53.(!) Zug blitzten und Michael am Ende eine Figur weniger hatte. Das Einzige, was ich von dieser Begegnung mitgekriegt habe, ist, dass einer von den beiden auf einen unmöglichen Zug des Gegners reklamierte, aber da ich zu diesem Zeitpunkt dran war, und mit dem Rücken zu Brett 7 saß, weiß ich auch nichts mehr.
So führten wir mit 4:3, wobei es abzusehen war, dass Susi mit Turm und Läufer gegen die Dame nicht mehr lange halten wird. So endete das erste Spiel der Saison 4-4, womit beide Seiten auch nicht enttäuscht sein dürften.
Da wir mit 3 Autos zum Spiel kamen, konnten wir Michael von der Fahrt nach Magdeburg entlassen, was aber bedeutete, dass Robby und Susi verteilt werden sollten. Da Robby einen Beifahrerplatz brauchte, musste er bei Dr. mit. Susi hatte vor, als Vorbereitung auf die Russischklausur, mit mir und Pavel die Sprache zu üben, was mich schnell dazu bewegte bei Dr. mitzufahren. Mit dem vorwiegend auf Medizin bezogenen Gespräch kamen wir etwa 1 Stunde früher als das Auto von Flash in Magdeburg an. Und dabei konnte man z.B. erfahren, warum die Schlange eins der medizinischen Symbole ist. Die Antwort wird bestimmt in einigen Tagen im Forum zu finden sein, da wir einige Klugköpfe unter Schachspielern haben.
da mir aber nichts mehr einfällt, und ich seit einigen Stunden Ferien habe, höre ich jetzt auf ohne eine Pointe zu setzen. Die Muse hat den Autor verlassen…
Ansonsten bin ich wie immer für die Korrektur der Rechtschreibfehler offen.