Oberligabericht der Doppelrunde 6 und 7 gegen Dresden:
Von Altmeistern, frechen Kleenen und unerwarteten Tabellenplätzen

Nun, aus irgendeinem Grund meinte mein Mannschaftsleiter (der alte neue, nicht der alte, wenn ihr versteht, wen ich meine), dass ich „geradezu dazu prädestiniert wäre, den Oberligabericht zu schreiben“. Hmpf, kann mich ja kaum wieder wehren, habe schließlich schon eine Doppelrunde erfolgreich abgeblockt...

Nun, zunächst einen Titel gesucht, in Abwesenheit von alten Rikertys etc. (Open Travemünde 2004) gar nicht mal so einfach. Mit 6:5 meiner inneren Stimmen bei 2 Enthaltungen hat sich dann knapp der obenstehende gegenüber „Oberligabericht für unseren alten Ex-ML“ durchgesetzt, vielleicht geben wir ihm ja trotz allem noch mal eine Chance, die Quote des Pastors zu übertreffen. Will ja nicht unken, aber sind wir mit Nudel letztes Jahr nicht fast abgestiegen? Aber Windel glaubt uns die Ergebnisse erstens sowieso nicht und kommt zweitens wohl so schnell eh nicht wieder aus den Weiten Russlands hervor. Effi hat dafür schließlich auch ca. 14 Jahre gebraucht, auch wenn das Argument ein wenig hinkt ;-). Aber ich sollte vorne anfangen, was bei AEM-Berichten wie so oft meist am Donnerstagabend ist.

1. Donnerstagtraining: Effektive Vorbereitung

In den Pastor-Unitransport eingestiegen, zur HGH gebraust (für „Neueinsteiger“: Hermann-Gieseler-Halle) und gewundert, warum die Parkplatzsuche gegenüber früheren Versuchen deutlich erschwert ist (Anmerkung: Das Abschweifen vom eigentlichen Thema Schach geht jetzt übrigens immer so weiter, die reinen Schachgeier sollten sich also lieber Partien anschauen ;-). Sogar Polizei anwesend, was eine Abänderung meiner ersten Theorie eines Kindersportfestes zu Hallenfußballturnier mit FCM-Beteiligung bewirkte. Stimmte natürlich, wie Weuni später bestätigte. „Zum 1200. Jubiläumsjahr“ brachte mich zwar kurz zum Stutzen (sollte der FCM wirklich schon so lange dabei sein), aber ein echter Magdeburger weiß natürlich, wann dessen Ersterwähnung war (nein, nicht meine, die von der Stadt, ich bin jünger, sieht man doch...). Okay, man weiß es natürlich vor allem, wenn man den Magdeburger Stadtsparkassenkalender 2005 in seinem Zimmer hängen hat und sich im Januar befindet.1

Alle Achte (Pastor, Supereffi, Weuni, Pavel, Opa Rafayevych, Mac, Musti und der Schreibknecht) haben wir dann fleißig trainiert und uns intensiv auf Uhlmann & Co vorbereitet. Nun, um ehrlich zu sein, haben wir eigentlich ausschließlich mich vorbereitet, indem wir ein paar Turmendspiele angeschaut haben. Natürlich keine gewöhnlichen, die liegen schließlich unter Roberts Würde. Ein Beispiel gefällig: W: Ka4, a3, h7; S: Kg2, Th2

W: Ka4, a3, h7; S: Kg2, Th2
Weiß hält remis
Harold Van der Heijden (2001)

Weiß am Zug soll Remis halten, kleiner Tipp: Es handelt sich um eine typische fiese Robertaufgabe (und zudem um eine Studie). Markus (der sich topmotiviert als 1. Ersatzmann für Samstag empfiehl) grübelt übrigens wohl immer noch, warum sein Vorschlag 1. h8D nur mit einem Lachen belohnt wurde. Die Lösung gibt’s vielleicht in 2 Wochen, wenn der nächste Oberligaberichterstatter gnädig ist.

Ich sehe schon, bei meinen erfolgreichen Versuchen, vom Schachwochenende abzuweichen, verpasse ich noch unseren nächsten Kampf gegen Löberitz, also mal ein wenig beschleunigen: Einige Aufgaben später und nach einem schachlich (WAS, DAS RECHTSCHREIBPROGRAMM KENNT DIESES WORT NICHT, was ist nur aus der Welt geworden, schnief) kaum interessanten Freitag (Kicken gab’s nicht, da wir diesmal ohne gebrochene Knochen kämpfen wollten) setze ich Samstagmorgen wieder ein:

2. Samstag: Magdeburg – DSC, Teil 1

Gespielt wurde im AMO, wo ich „quasi überpünktlich“ (bzw. „praktisch oberpünktlich“; entspricht: „beschönigende Umschreibung vom Pastor für ‚nur ein klein wenig zu spät’ “) 13:50 Uhr eintraf. Das Auto dann bedenkenlos auf den erstbesten von hunderten freien Parkplätzen abgestellt, was sich am späten Abend noch als Fehler herausstellen sollte. Wer kann auch ahnen, dass knapp 7 Stunden später alle belegt sind, leider auch der (nicht als solcher markierte) hinter mir… Aber gut, im Moment schien noch die Sonne, ich begrüßte erstmal den überholten Pavel sowie einige Rochadespieler, darunter den Ungarn-Express. Rochade schien also einiges vorzuhaben, konnte mich zu diesem Zeitpunkt ehrlich gesagt nicht an eine Rochadeniederlage mit den beiden erinnern. Dann wurde noch der (fast komplette) Rest der Mannschaft begrüßt (mit dabei Willi, da Susi lieber lernen wollte), bevor sich meinen Augen ein unerwartetes Bild bot: Wolfgang Uhlmann, die Dresdener Schachlegende, war tatsächlich vor Ort, entgegen der Einschätzung gewisser Mannschaftskollegen von mir. Vor der Saison gab es einen Deal zwischen Effi und mir, bei welchem ich ihm Brett 1 unter zwei Bedingungen überließ: optimale Vorbereitung seinerseits sowie die Uhlmann-Klausel (besagt, dass bei Anwesenheit von Wolfgang Uhlmann im Spiel gegen uns ausnahmsweise ich an Brett 1 spielen darf). Irgendwie wollte oder konnte sich „unser Jeffi“ aber nicht an letzteren Punkt erinnern und ließ sich einfach nicht nach Hause schicken. Dann begann der Kampf, 80 Euro war mir ein weiterer Disput mit Effi nicht wert (zuviel Geld hat wohl nur Dresden, da DSC II sowohl Samstag gegen Rochade als auch am Sonntag gegen uns ein Brett freiließ), setzte mich also brav an Brett 2 gegen Volker Seifert. Dank der „Uhlmann-spielt-auswärts-garantiert-nicht-mit-Fraktion“ in unserem Team habe ich mich nicht auf ihn vorbereitet, da Roberts Vorbereitungsmail aber erst zu spät bei mir ankam (knapp war’s: ich ging Freitag 19 Uhr, die Mail kam 19 Uhr…) und sein Handy Funkstille aufwies, zum Glück aber auch nicht auf andere mögliche Gegner. Dann ging’ auch schon los, endlich konnte ich nach dem quälenden Zuschauen in Travemünde wieder selbst zu den Figuren greifen.

Effi gegen W. Uhlmann, daneben
ich gegen V.

Kampf der Generationen: Effi gegen W. Uhlmann, daneben ich gegen V. Seifert

M.Görgens-K.Apanaviciute, C.Wichmann ohne Gegner, P.Igonin- J.Loxine

von vorn nach hinten: M. Görgens gegen K. Apanaviciute, ein gelangweilter C. Wichmann ohne Gegner und P. Igonin gegen J. Loxine

Der Kampf tobte bereits an den meisten Brettern, als dann zum Glück nach einigen Minuten auch noch der Doc hereinkam und Cliff Wichmann die Hand reichte, leider nicht zum letzten Mal an diesem Tag. Pavel hatte nach einigen Zügen wohl keine Lust mehr, ein Schwerfigurenendspiel gegen seinen russischen Gegner wurde Remis gegeben. Ich habe inzwischen erfolgreich die bekannten Theoriepfade verlassen (mal wieder) und überließ meinem Gegner das Grübeln. Nach einigen Zügen stand ich in einer ziemlich komplexen Stellung ziemlich gut und belagerte seinen d5-Bauern mit fast allem was ich hatte. Jedenfalls waren wahrscheinlich allein schon die ersten paar Züge meiner Partie gehaltvoller als die gesamte Partie an Brett 1 (das Geschehen nebenan zu überblicken war nicht sonderlich schwer, da auf einem der schmalen Tische immer 2 Bretter standen, was dazu führte, dass meine Notation hauptsächlich auf der h-Linie erfolgte). So kam es, dass sich auch Wolfgang Uhlmann mehr für meine als für seine eigene Partie zu interessieren schien, was zugegebenermaßen ein gutes Gefühl war. Er und Effi tauschten halt alle zwei bis drei Züge eine Figur ab und taten sich vorerst nicht wirklich weh. Um auch die anderen Partien zu überblicken, musste ich mich leider erheben. Nach einem kleinen Rundgang legte ich für mich selbst den „Tischplan“ als erfolgsversprechende Strategie zurecht: Am Nachbartisch ein 1:1 (Pavel hat schon Remis, Robert wird bald, muss nur noch seinen Französischläufer abtauschen), dahinter auch (der Doc wird wohl mit Qualle mehr gewinnen, Görgens steht dafür schlecht). Bleibt der Ersatztisch mit Mac (steht anrüchig) und Willy (steht besser), könnte auch 1:1 werden. Also müssen Effi und ich wohl mindestens 1 Punkt holen, da Effis Stellung einfach nur gähn, liegt entsprechend des Plans also alles an mir. Irgendwann, als mir meine nächsten Züge klar waren und ich mir sicher war, vom Spitzenbrett heute nichts mehr lernen zu können, habe ich mich mal wieder ein bisschen umgeschaut, außer dem Remis vom Pastor ist aber nicht viel passiert. Effi hatte kein Apfelsafttrinkpäckchen dabei, sondern Orangensaft. Vielleicht hat er dank meines Travemünder „Fehleinkaufs“ ja ein neues Erfolgsrezept gefunden. Aber ob es auch den anschließenden Vorfall erklärt? Effi bekommt vom Dresdener Altmeister eine Remisofferte, der wohl endgültig genug von dem Schlafwagenschach hatte. Jeder andere hätte wohl schon allein aus Respekt dankbar angenommen, Effi dagegen grübelt nur kurz und spielt weiter. Und wozu das Ganze? Na, um nur wenige Züge später selbst anzubieten. Wäre ja noch schöner, wenn der Gegner festlegt, wann Remis gemacht wird! „Einfach frech, der Kleene“ würde der Fan von diesem fürchterlichen Fußballverein wohl sagen. Danach ist auch der Doc fertig, ein rein routinemäßiges Abfragen des Ergebnisses bringt mir aber ein kaum verständlichen „Remis“ eines nicht sonderlich erfreut reinschauenden Effi. Okay, das war nicht geplant, aber ich hatte zu diesem Zeitpunkt nicht soviel Zeit um es zu hinterfragen, da meine eigene Partie trotz gewonnenem Bauern unnötigerweise wieder spannend geworden ist (habe Gespenster gesehen und den Bauern zurückgegeben). Ich stand in der Partie immer besser, aber ein Sieg war wieder in weiter Ferne, als ich kurz nach der Zeitkontrolle die Wahl zwischen einem Bauernendspiel mit aktiverem König und einem Turmendspiel mit a-Mehrbauer hatte (dazu hatte jeder am Königsflügel 3 Bauern), wobei ich nicht wusste, ob keines, nur eins oder gar beide gewonnen waren. Aber das Turmendspiel schien verheißungsvoller, zudem habe ich entgegen dem Zitat „Turmendspiele sind immer remis“ (aus irgendeiner Robert-Endspielenzyklopädie, mein aufmerksamer Verleger wird das hier bestimmt noch kursiv in Klammern einfügen [Anmerkung des Verlegers: Wenn das nur aus einem Buch wäre! Dieser Spruch, der Rudolf Spielmann oder auch Savielly Tartakower zugeschrieben wird, findet sich in fast allen Endspielbüchern, daher hier einmal ein vielleicht unbekannterer Verweis (Beliavsky/Mikhalchishin: Winning Endgame Technique, Henry Holt 1995) und ein bekannterer Verweis (Viktor Kortschnoi: Praxis des Turmendspiels, Olms 1999)]) mein eigenes Motto: „Man kann jedes Turmendspiel gewinnen!“. Mit neuer Zeit konnte ich mich wieder informieren: Mac schafft remis, Willys Gegner aber auch, zudem bog Görgens seine Partie in seinem unnachahmlichen Stil noch um. Allerdings soll seine Gegnerin in Remisstellung aufgegeben haben. Sie dachte wohl, sie könne ein Matt nicht vermeiden oder es war gar keins, so genau weiß ich’s nicht. Zum Glück habe ich aber noch mal nachgefragt, wie es denn nun steht und erfahren, dass der Doc verloren hatte und ich Effi wohl missverstand (sonst hätte ich fast ein Remis angeboten, um den vermeintlichen Mannschaftssieg zu sichern…). Cliff meinte später, der Doc hätte mit Qualle mehr in Siegstellung wohl nichts mehr getan und nur noch auf Verwaltung gespielt, irgendwann drohen aber auch 2 verbleibende Leichtfiguren und ein Turm irgendwas…

Tischabschätzung aber dennoch bis hierhin aufgegangen, jetzt musste ich nur noch irgendwie gewinnen, nachdem ich bereits zwei bis drei Siegchancen ungenutzt ließ. Jedenfalls zog sich dass ganze noch eine Weile hin (Rochade hatte inzwischen 5:3 gewonnen, wobei ich außer einem souveränen Sieg von Mike am Spitzenbrett nicht viel gesehen habe).

Irgendwann beschloss ich, einen Bauern zu geben, um meinen Turm die Möglichkeit zu geben, den a-Bauern von der 7.Reihe aus zu decken, erkannte aber kurz darauf, dass Schwarz hier einen Patttrick hätte. Stattdessen musste ich von der 6. Reihe seitlich decken, was aber bei korrektem Gegenspiel wohl den weißen f- und h-Bauern kostet und nur Remis wäre. Geschah aber nicht und so war es dann am Ende nach der weißen Königswanderung nach b7 wohl ein etwas glücklicher Sieg für mich und somit ein 4,5:3,5 für uns. Meiner Ansicht nach glichen sich an den anderen Brettern Glück (Görgens, Mac) und Pech (Dr. Quist) in etwa aus, so dass aufgrund meiner Partie wohl 1,5 Mannschaftspunkte für uns verdient wären…

Mac wollte mir dann als erster gratulieren, was ich mit einem schnellen Ergreifen von Effis Hand abwehren konnte. Da er anschließend etwas grantig war, muss ich (zur Wiedergutmachung) noch eine Sache erwähnen: Mac ist amtierender Landesmeister und ich bin froh, dass er einen wichtigen halben Brettpunkt zu unserem Sieg beigesteuert hat ;-)

3. Irgendwann zwischen Samstag und Sonntag: Von Vidocq und San Juan

Irgendwie habe ich mein Auto vom Eise und dem Auto hinter mir befreit, danach stand ein relaxter Spiele-/Filmabend an. Einmal nach Norden, über die Brücke und dann wieder nach Süden bis zu Schnix, bei dem ich mich um 19 Uhr mit den Worten „es kommt schließlich so gut wie nie vor, dass ich mal länger spiele“ angekündigt habe (im Prinzip habe ich damit ja eine 6-Stunden-Partie beschrien…). Viel ist nicht erwähnenswert, spielten halt eine Runde San Juan, was am folgenden Tag bei Bine und Weuni zusammen mit Volly wiederholt wurde (mein Tipp: Bibliothek ist ein Supergebäude!), und schauten Vidocq (mit Projektor), einen Film, vom dem ich vorher noch nie gehört habe. Gérard Depardieu als wissenschaftsvernarrter Detektiv, der den „Alchimisten“ (mordender Schurke mit reflektierender Maske) im Paris des Jahres 1830 zu fassen versucht. Na ja, kein weltbewegender Film mit Superstory, logische Fehler gab’s dafür genug. Danach war auch schon Sonntag, 6 Stunden Schach machten sich schließlich doch bemerkbar und so gönnte ich mir Schlaf, um fit zu sein für den nächsten Kampf.

4. Sonntag: Dresdner Revanche?

Wie ich zu meiner Überraschung merkte, hätte ich mir den Schlaf sparen können, dazu sollte ich in den nächsten Stunden noch genug Gelegenheit bekommen. Dresden schaffte es nicht, einen 8. Spieler zu organisieren und ließ erneut ein Brett frei, soll mir recht sein, habe schließlich gestern schon Überstunden geleistet. Ich war aber dennoch nicht als erster fertig: Bevor die Stunde Galgenfrist abgelaufen war, stand es bei Rochade schon 1:1, da zum einen Wagi trotz Vorbereitung nach 4 Zügen keinen Plan mehr vom Budapester Gambit hatte, Volker aber nach dem Vortag wohl auch nicht sonderlich motiviert schien und lieber lernen wollte (siehe unten); zudem trennten sich Mike (gewinnt halt alle zwei Runden) und Wolfgang Uhlmann friedlich im Franzosen. Hier habe ich nur von kurzem Dialog gehört: Uhlmann: „Hey, du hast in mein Buch geschaut!“, Mike: „Was kann ich dafür, wenn du so gute Bücher schreibst!“. Rochade und DSC I einigten sich friedlich weiter, irgendwann stand es nach 2-3 Stunden 2,5:2,5. Allerdings fragte ich mich beim Anblick der verbleibenden Bretter, wo Rochade noch was holen wollte! Es kam dann später auch nicht unerwartet zum 2,5:5,5, es lag also an uns, das Duell der Landeshauptstädte doch noch zu gewinnen. Sah mit einem geschenkten Punkt auch erstmal ganz gut aus, Effi stand okay, Pavel machte schnell Remis (also, seiner „aggressiven“ Spielweise wegen vermisse ich Ivo kaum noch, vielleicht sollten wir Pavel „Ivo II“ oder „Igo“ taufen?), Robert, der Doc, Görgens, Susi und Erik (heute als 7. Mann dabei) standen allesamt mindestens auf Ausgleich. Also ist Zurücklehnen und Tolkienlektüre angesagt (wobei mir von der Dresdnerin Kristina Apanaviciute mitgeteilt wird, dass es sich hierbei nicht einfach nur um ein Buch, sondern um Philosophie handelt!). Später habe ich dann noch mit Musti (der nach 19 Zügen für AEM III gewonnen hat!) über „Dinner for Brot“ diskutiert sowie mit Susi über eine neue (und vor allem leisere) Turnierlache (woraufhin sie gleich noch lauter loslachte). Mit Volker Seifert habe ich über seine Schullektüre „Die Physiker“ geredet und wieder was gelernt (ich als bekennender Dürrenmatt-Fan wusste vorher beschämenderweise nicht, dass Namen wie die des Anstaltwärters Brutus [übersetzt: „starker, muskulöser Mann“] oder der Leiterin Mathilde [„hinterhältig“] aufgrund ihres Ursprungs bewusst vom Autor gewählt wurden), wobei ich mir inzwischen recht sicher bin, dass er es nur mithatte, um einem anwesenden Physikstudenten nach der gestrigen Partie ebenfalls ins Irrenhaus zu wünschen ;-). Irgendwann passierte auch mal wieder was an den Brettern (Zuschauen ist echt langweilig…), Roberts Gegner gibt Remis durch Dauerschach, Görgens einigt sich mit isoliertem Doppel-e-Bauern, aber Druck auf der f-Linie ebenfalls friedlich, da beide nichts Aktives unternehmen können. Effi steht nach ziemlich vielen komischen Zügen mit Qualle weniger zwar optisch gut, hat aber eigentlich nichts. Irgendwann gewinnt dann der Doc in einer schönen Partie und holt endlich seinen ersten Sieg, zudem besiegt Susi Elli. Starke Leistung von ihr, zumal Elli zuletzt (in Oberliga und in Travemünde) einen starken Eindruck hinterließ. Zugegeben, Elli half mit dem Einstellen einer nicht ganz unwichtigen Figur kräftig mit, aber dank guter Vorbereitung mit Grossel stand Susi mit Schwarz jederzeit aussichtsreich und hat meiner Ansicht nach ihre bisher beste Saisonleistung gezeigt. Macht schon 4,5 für uns (juchu), allerdings sollte der Rest eigentlich weggehen, da Erik seine aussichtsreiche Stellung versiebt hat (wohl bei einem großen Figurenabtausch was übersehen) und Effi immer noch nichts für seine Wenigerqualität hat. Dennoch gewinnt er, da Paul Hoffmann ein Matt übersieht. Fazit: Effi spielt diesmal wirklich menschlich, machte also jede Menge Fehler, gewinnt aber dennoch, da sein Gegner den entscheidenden macht. Am Ende verliert Erik leider trotz langem Kampf, 5,5:2,5 ist aber dennoch ein schönes Ergebnis. Meiner Ansicht nach ist der Sieg wohl verdient, allerdings zu hoch, vor allem, da Super-Effi heute ausnahmsweise nicht super war!

5. Fazit: Windel glaubt mir eh nicht

Insgesamt haben wir also 4:0 Punkte gegen Dresden geholt, 2 mehr als das Ziel war, man kann also sehr zufrieden sein. 10:2 Punkte ohne Niederlage (wieso eigentlich nur 6 Spiele…, ach ja, gegen Aue haben wir ja nur zugeschaut) sind stark und schon jetzt 3 mehr als in der gesamten letzten Beinahekatastrophensaison. Windel schaut wahrscheinlich immer noch ungläubig auf die Ergebnisse oder wittert vielleicht irgendwelche Verschwörungen, ich hoffe der Bericht hat ihn endgültig überzeugt, dass wir tatsächlich 10:4 Punkte haben.

Mit Rochade zusammen haben wir zudem den Städtevergleich gewonnen, Rochade ist mit seinen erreichten 2 Punkten wohl im Soll, auch wenn sie nach der Niederlage am Sonntag wohl keine Gefährdung mehr für den fast sicheren Aufsteiger Aue darstellen. Die beiden Magdeburger Mannschaften auf Platz 2 und 3, das kann von mir aus bis zum Ende der Saison so bleiben!

6. Vorschau

In den nächsten 14 Tage liegen gleich 2-3 Mannschaftskämpfe an, danach ist dafür ein bisschen länger Pause. Nächstes Wochenende liegt Deutscher Mannschaftspokal an, also das Fern-Prestigeduell zwischen Löberitz und unsereins. Dabei ist neben dem Weiterkommen (bei scheinbar vier annähernd gleichstarken Mannschaften zumindest möglich, die anderen Mannschaften Oldenburg, Bielefeld und Hannover haben schließlich keinen Supereffi in ihren Reihen) auch das Sammeln weiterer Indizien zum Aufdecken einer Verschwörung ein Hauptziel. Vielen Dank übrigens an Riker, der mir auf eigene Gefahr hin diesen Link schickte. Weuni glaubt übrigens nicht an die Verschwörung, ich vermute daher (auch wenn ich weiß, das dies ein gefährlicher Gedanke ist und ich mit dessen Veröffentlichung viel riskiere), dass er entweder von DENEN gekauft wurde, oder ein direktes Mitglied des Bielefeld-Zentrums ist!

Eine Woche später geht’s dann in der Oberliga zum Nahkampf gegen Löberitz, die wir natürlich auf Distanz halten wollen! Also, auf ein hoffentlich erneut erfolgreiches Oberligamatch.

1: Damit der Leser auch was lernt:

„Von den Anfängen Magdeburgs bis zu Ersterwähnung Magdeburgs 805 - Entlang des Elbestromes bezeugen Funde aus der Bronzezeit [...] frühe Ansiedlungen im heutigen Magdeburger Stadtgebiet. Erstmals als Handelsplatz an der Ostgrenze des Karolingerreiches wird ‚Magadoburg’ im Diedenhofer Kapitular erwähnt.“

(Anmerkung des Verlegers: An alle Schachgeier! Einige Partien folgen noch!
Update: Wird wohl nichts mehr...)


© 2005, Flash (Autor) & Robert (Verleger) auf den Seiten von AE Magdeburg
Last modified: Mon May 1 05:17:24 2006
Valid XHTML 1.0