AEMAEM Mannschaftsberichte - Saison 2006/07 (4)

Kurzbericht des ML

Robert O und ich trafen uns früh in Leipzig, um nach gemeinsamer Stärkung den Rest im Spiellokal zu treffen, dieser bestand seltsamerweise nur aus Gordon. Der eigentliche Rest kam dann um 10:05 Uhr, Umleitungen hatten Micha Görgens zu schaffen gemacht. Das Match: Susan schnell Remis, ebenso wie Robby, und ebenso schnell wie Robert O gewonnen hatte. Micha Görgens mit lehrbuchreifer Selbstexekution, 9 Bauernzüge in den ersten 10 Zügen seien Beleg dafür. Pavel nach 2fachen Bauerngewinn ebenfalls mit suiziden Tendenzen - Figur und Partie weg. Ich, in Anbetracht der guten Stellung Jewgenis und des möglichen Umschwenkens auf meinen Brett von optisch besser zu völligem Inferno und Martyrium meines Königs mit Remis, und nach Jewgenis Sieg, darauf hoffend, dass Flash, trotz Bauern weniger, nicht verliert. Hat er nicht, also 4:4.

ML Nudel

Nachtrag des Ältesten

Noch ein paar kleine Nachträge zu obigem Bericht und meinem folgendem Kurzbericht aus dem Forum:
Eigentlich haben wir einen Mannschaftspunkt verloren:
Pavel, meine Wenigkeit und Effi standen schnell auf Sieg, Susi hatte schon ein Remis und Robby, Flash und Nudel schienen jeweils für ein Remis gut. Aber nachdem Pavel ziemlich patzte und Nudel und Robby mit remis ganz gut bedient waren und Micha überzeugend verlor, musste Flash bei 3,5:3,5 ein Springerendspiel mit Minusbauern verwalten. Das ist gut gegangen. Also 4:4.
Angesichts des Spielverlaufs vielleicht gerecht, auch wenn man die vergebenen Chancen bedauern kann - es hätte jedoch schlimmer kommen können.
Ich habe mir jedenfalls am Abend mit meiner Freundin einen 12jährigen Bowmore gegönnt.
Froher 2.Advent!
Ich habe einen schnellen Blick auf die Partien geworfen. Zwar ist folgendes ohne Brett[1] schlecht nachzuvollziehen, jedoch geben die Notizen selbst - hier in umgekehrter Brettreihenfolge, also beginnend mit Michael Görgens als Schwarzem - trotzdem einige Einblicke; noch besser ist natürlich die von Riker erstellte Version zum Nachspielen:
  1. Denn durch die umgekehrte Brettreihenfolge bringen wir gleich Michas Partie hinter uns: Die Eröffnung ist schon übel, aber im 17.Zug gibt Sde5 einfach einen Bauern ab. Die schwarze Stellung ist allerdings nach 17...Sge5 ebenfalls nicht schön. Später bekommt er nochmal eine kleine Chance. So macht 25...Ld7 statt 25...Dxe4 dem Weißen (Andreas Schellig) das Leben deutlich schwerer. Eine Beispielvariante: 25...Ld7 26.Txc5 Ta8 27.Dxb4 [vielleicht zu gierig] 27...Tfb8 28.Dc4 Txb2 29.Sxb2 Txa1 30.Sbd1 und obwohl Weiß anscheinend besser steht, hat Schwarz interessante Möglichkeiten, wie 30...Lg4, 30...Ta4 oder 30...Sf4. Wohl eine vergebene Chance, zum ersten Mal in der Partie mitzuspielen. Wenn zu einer schlechten Stellung noch wenig Zeit dazukommt, dann hilft manchmal nur noch richtige Zeitnot ;-)
  2. Nachdem Susis Gegner (Dr. Andreas Schötzig) mit 13...f6 gepatzt hat, war die Chance da, mit 14.Sxc6 Lxc6 (14...Lxe3 15.Dxd5) 15.Lxc5 Tfe8 16.exf6 Dxf6 einen Bauern zu gewinnen, selbst wenn ein Gewinn noch in sehr weiter Ferne ist. Man kann die Mannschaftstaktik auch missverstehen, siehe Sprüche. Immer noch viel besser, als vor lauter Scham über die schlechte Stellung, sich gar nicht mehr zu trauen, Remis zu bieten.
  3. Bei Pavels Partie hatte ich schon live vor Ort den folgenschweren schwarzen 19.Zug 0-0 gesehen. Notwendig war 19...f5 und meiner Meinung nach steht Schwarz auf Gewinn, da Weiß (Sven Resnjanskij) nicht genug für zwei Bauern hat, obgleich es noch ein weiter Weg bis zum Sieg ist.
  4. Bei Robbys Partie habe ich den Verdacht, dass das Ende der Partie, wie in der Datenbank übermittelt, nicht stimmt, da ja ansonsten in der Schlussstellung Schwarz (Andreas Otto) einfach eine Qualle gewinnen würde (und ferner schon 23....Sb4 geht) und das nicht mit dem übereinstimmt, was ich gesehen habe. Vermutlich geschah 23.T3d2 statt 23.T1d2, selbst wenn dann 25...d3 statt 25...Lxe1 geschehen kann. Hier ist wohl noch Aufklärung nötig.
  5. Zu meiner Partie gibt es wenig zu sagen, außer dass ich nach dem sehr seltenen 10.exf6, das in der 2.Auflage von Watson noch gar nicht erwähnt wird, erst grübeln musste. Wir sind dann - wie ich nachher feststellen musste und Flash offensichtlich wusste - bis einschließlich des 14.Zuges, in dem ich auf e5 einen Springer opferte, obwohl da nicht einmal wie sonst im Franzosen ein Bauer steht, einer Partie gefolgt, die in der letzten Watson-Auflage zu finden ist. Das finde ich schon lustig, denn mein Gegner - anders als in der Watson-Partie wurde das Opfer angenommen - hat den 17.Zug übersehen, und wenn den Schwarz auch nicht sieht, dann wird es wohl nicht einmal was mit Vorteil. Insofern ist das schon einen kleinen Kommentar wert. Naja, jetzt ist meine Partie in der Datenbank und bald jeder weiß es. Die Partie nach dem 14.Zug war in den Worten meines Gegners, FM Andreas Peters, danach nur noch Gekrepel für Weiß. Nach dem 25.Zug war es vorbei.
  6. Bei Jens hatte der Gegner (Dietmar Klemm) - statt sich an der Remisschaukel zu beteiligen - die Möglichkeit, mit 30...f4 31.Dxe4 Txh3 und der Drohung f4-f3 abzuweichen. Dann muss Weiß aufpassen. Das einfache 32.f3 scheitert an 32...Tf6 mit Tg6 oder Th6-Ideen oder an 32...Dg3, das geistreiche 32.Td4 wird cool mit 32...Th4 und nicht mit 32...f4? 33.Dg4! beantwortet. Also muss sich Weiß zu 32.Kf1 durchringen. Wie wir dann in der Analyse schwarzen Vorteil erzielten, ist mir nicht mehr klar, aber =+ ist die Stellung wohl zumindest. Vorher sollte Weiß vielleicht eher 22.Lxe6+= spielen, auch wenn Schwarz nach 22...Dxe6 23.Sd5 Th6 24.De2 e4 mit Gegenspiel droht.
  7. Flash erreichte nach Zugumstellung als Schwarzer ein Damengambit-Abtauschsystem. Zwar hatte er keine Eröffnungsprobleme, aber ob gegen seinen Gegner (Christoph Natsidis) das die richtige Wahl war? Um den 40.Zug herum zeichneten sich Probleme ab, da ein Bauer verloren ging. Interessanterweiße haben Susi und Effi dann die Stellung als verloren abgehakt und Nudel sah sehr besorgt aus.[2] Meine Nachfrage, dass dann wohl der weiße Bauer auf b3 verschwindet und mir das alles nicht so klar ist, sorgte erst einmal für etwas Beruhigung und wir analysierten Nudels Endstellung weiter. Wenn Weiß später auf 56.f4 verzichtet, dann ist mir nicht klar, ob das Endspiel gewonnen ist oder nicht. So machte das einen ganz guten Eindruck und nachdem Weiß noch auf 62.Kf2 verzichtete, was meines Erachtens noch einen sehr feinen Weg zum Remis nötig macht, ging die Sache gut aus.
  8. Effis Gegner (FM Stephan Rausch) wählte schon im 9.Zug eine minderwertige Fortsetzung und nach einem weiteren seltsamen Zug im 13.Zug behaupte ich mal, dass Weiß im höheren Sinne schon auf Gewinn steht. Ich verzichte darauf, in Effis Beweisführung nach Lücken zu suchen. Ich glaube fast, Effi hat sich gelangweilt.

Robert O

Sprüche

„Du solltest nur Remis bieten, nicht auf Remis spielen!“
Nachkarteln in der Spielanalyse



  1. ^Als Notbehelf kann man sich eine PDF-Datei mit einigen kritischen Stellungen ansehen.
  2. ^Ergänzung/Berichtigung gegenüber ursprünglicher Version, Details im Forum


© 2006, Nudel (Autor) & Robert O. (Autor/Verleger) auf den Seiten von AE Magdeburg
Last modified: Mon Dec 18 18:46:45 2006
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