Kurzbericht des ML
Robert O und
ich trafen uns früh in
Leipzig, um nach gemeinsamer
Stärkung den Rest im Spiellokal zu treffen, dieser bestand
seltsamerweise nur aus Gordon.
Der eigentliche Rest kam dann um 10:05 Uhr,
Umleitungen hatten Micha Görgens zu schaffen gemacht.
Das Match: Susan schnell
Remis, ebenso wie Robby,
und ebenso schnell wie Robert O gewonnen hatte.
Micha Görgens mit lehrbuchreifer Selbstexekution,
9 Bauernzüge in den ersten 10 Zügen seien Beleg dafür.
Pavel nach 2fachen Bauerngewinn ebenfalls
mit suiziden Tendenzen -
Figur und Partie weg. Ich, in Anbetracht der guten Stellung Jewgenis
und des möglichen Umschwenkens auf meinen Brett von optisch
besser zu völligem Inferno und Martyrium meines Königs mit
Remis, und nach Jewgenis Sieg, darauf hoffend,
dass Flash, trotz
Bauern weniger, nicht verliert. Hat er nicht, also 4:4.
ML Nudel
Nachtrag des Ältesten
Noch ein paar kleine Nachträge zu obigem Bericht und meinem folgendem
Kurzbericht
aus dem Forum:
Eigentlich haben wir einen Mannschaftspunkt
verloren:
Pavel, meine Wenigkeit und Effi standen schnell auf Sieg, Susi hatte
schon ein Remis und Robby, Flash und Nudel schienen jeweils für ein
Remis gut. Aber nachdem Pavel ziemlich patzte und Nudel und Robby
mit remis ganz gut bedient waren und Micha überzeugend verlor,
musste Flash
bei 3,5:3,5 ein Springerendspiel mit Minusbauern verwalten.
Das ist gut gegangen. Also 4:4.
Angesichts des Spielverlaufs vielleicht gerecht, auch wenn man die
vergebenen Chancen bedauern kann - es hätte jedoch schlimmer kommen
können.
Ich habe mir jedenfalls am Abend mit meiner Freundin einen
12jährigen
Bowmore
gegönnt.
Froher 2.Advent!
Ich habe einen schnellen Blick auf die Partien geworfen.
Zwar ist folgendes ohne Brett
[1]
schlecht nachzuvollziehen, jedoch geben
die Notizen selbst - hier in umgekehrter Brettreihenfolge, also
beginnend mit Michael Görgens als Schwarzem - trotzdem einige
Einblicke; noch besser ist natürlich die von
Riker erstellte
Version zum Nachspielen:
- Denn durch die umgekehrte Brettreihenfolge
bringen wir gleich Michas Partie hinter uns: Die Eröffnung ist
schon übel, aber im 17.Zug gibt Sde5 einfach einen Bauern
ab. Die schwarze Stellung ist allerdings nach 17...Sge5 ebenfalls
nicht schön. Später bekommt er nochmal eine kleine
Chance. So macht 25...Ld7 statt 25...Dxe4 dem Weißen (Andreas
Schellig) das
Leben deutlich schwerer. Eine Beispielvariante:
25...Ld7 26.Txc5 Ta8 27.Dxb4 [vielleicht zu gierig]
27...Tfb8 28.Dc4 Txb2 29.Sxb2 Txa1 30.Sbd1
und obwohl Weiß anscheinend besser steht, hat Schwarz interessante
Möglichkeiten, wie 30...Lg4, 30...Ta4 oder 30...Sf4.
Wohl eine vergebene Chance, zum ersten Mal in der Partie
mitzuspielen.
Wenn zu einer schlechten Stellung noch wenig Zeit dazukommt, dann hilft
manchmal nur noch richtige Zeitnot ;-)
- Nachdem Susis Gegner (Dr. Andreas Schötzig)
mit 13...f6 gepatzt hat, war die Chance da, mit
14.Sxc6 Lxc6 (14...Lxe3 15.Dxd5) 15.Lxc5 Tfe8 16.exf6 Dxf6 einen Bauern zu gewinnen,
selbst wenn ein Gewinn noch in sehr weiter Ferne ist. Man kann die
Mannschaftstaktik auch missverstehen, siehe Sprüche. Immer noch
viel besser, als vor lauter Scham über die schlechte Stellung,
sich gar nicht mehr zu trauen, Remis zu bieten.
- Bei Pavels
Partie hatte ich schon live vor Ort den folgenschweren schwarzen
19.Zug 0-0
gesehen. Notwendig war 19...f5 und meiner Meinung nach steht
Schwarz auf Gewinn, da Weiß (Sven Resnjanskij)
nicht genug für zwei Bauern
hat, obgleich es noch ein weiter Weg bis zum Sieg ist.
- Bei Robbys Partie habe ich den Verdacht, dass das Ende der Partie,
wie in der Datenbank übermittelt, nicht stimmt, da ja
ansonsten in der Schlussstellung Schwarz (Andreas Otto) einfach eine Qualle
gewinnen würde (und ferner schon 23....Sb4 geht)
und das nicht mit dem übereinstimmt,
was ich gesehen habe. Vermutlich geschah 23.T3d2 statt 23.T1d2,
selbst wenn dann 25...d3 statt 25...Lxe1 geschehen kann. Hier ist
wohl noch Aufklärung nötig.
- Zu meiner Partie gibt es wenig zu sagen, außer dass ich
nach dem sehr seltenen 10.exf6, das in der 2.Auflage von Watson
noch gar nicht erwähnt wird, erst grübeln musste. Wir sind
dann - wie ich nachher feststellen musste und Flash offensichtlich
wusste - bis einschließlich des 14.Zuges, in dem ich auf e5
einen Springer opferte, obwohl da nicht einmal wie sonst im
Franzosen ein Bauer
steht, einer Partie gefolgt, die in der letzten Watson-Auflage
zu finden ist. Das finde ich schon lustig, denn mein Gegner - anders als
in der Watson-Partie wurde das Opfer angenommen - hat den 17.Zug
übersehen, und wenn den Schwarz auch nicht sieht, dann wird
es wohl nicht einmal was mit Vorteil. Insofern ist das schon einen kleinen
Kommentar wert. Naja, jetzt ist meine Partie in der Datenbank
und bald jeder weiß es. Die Partie nach dem 14.Zug war in den
Worten meines Gegners, FM Andreas Peters, danach nur noch
Gekrepel
für Weiß. Nach dem 25.Zug war es vorbei.
- Bei Jens hatte der Gegner (Dietmar Klemm) - statt sich an der Remisschaukel zu
beteiligen - die Möglichkeit, mit 30...f4 31.Dxe4 Txh3 und der
Drohung f4-f3 abzuweichen. Dann muss Weiß aufpassen. Das
einfache 32.f3 scheitert an 32...Tf6 mit Tg6 oder Th6-Ideen oder an
32...Dg3, das geistreiche 32.Td4 wird cool mit 32...Th4 und nicht
mit 32...f4? 33.Dg4! beantwortet. Also muss sich Weiß zu
32.Kf1 durchringen. Wie wir dann in der Analyse schwarzen Vorteil
erzielten, ist mir nicht mehr klar, aber =+ ist die Stellung wohl zumindest.
Vorher sollte Weiß vielleicht eher 22.Lxe6+= spielen, auch wenn
Schwarz nach 22...Dxe6 23.Sd5 Th6 24.De2 e4 mit Gegenspiel droht.
- Flash erreichte nach Zugumstellung als Schwarzer ein
Damengambit-Abtauschsystem. Zwar hatte er keine
Eröffnungsprobleme, aber ob gegen seinen Gegner (Christoph Natsidis)
das die
richtige Wahl war? Um den 40.Zug herum zeichneten sich Probleme ab,
da ein Bauer verloren ging. Interessanterweiße haben Susi und
Effi dann die Stellung als verloren abgehakt und Nudel sah sehr
besorgt aus.[2] Meine Nachfrage,
dass dann wohl der weiße Bauer auf b3 verschwindet und mir das
alles nicht so klar ist, sorgte erst einmal für etwas
Beruhigung und wir analysierten
Nudels Endstellung weiter. Wenn
Weiß später auf 56.f4 verzichtet, dann ist mir nicht klar, ob das
Endspiel gewonnen ist oder nicht. So machte das einen ganz guten
Eindruck und nachdem Weiß noch auf 62.Kf2 verzichtete, was
meines Erachtens noch einen sehr feinen Weg zum Remis nötig
macht, ging die Sache gut aus.
- Effis Gegner (FM Stephan Rausch) wählte schon im 9.Zug eine minderwertige
Fortsetzung und nach einem weiteren seltsamen Zug im 13.Zug behaupte
ich mal, dass Weiß im höheren Sinne schon auf Gewinn
steht. Ich verzichte darauf, in
Effis Beweisführung nach Lücken zu suchen. Ich glaube fast,
Effi hat sich gelangweilt.
Robert O
Sprüche
„Du solltest nur Remis bieten, nicht auf Remis spielen!“
Nachkarteln
in der Spielanalyse