AEMAEM Mannschaftsberichte - Saison 2008/09 (1)

Ein sorbisches Remis und warum Hirschsalami ganz was Besonderes ist

Sächsische Aufsteiger sind immer irgendwie stark und mensch wünscht sich sowieso erst einmal ein Heimspiel. Dieser Wunsch war schon zum Saisonstart 08/09 passé. Denn unser 1. Auswärtsspiel ging ins Sorbenländle nach Hoyerswerda - nachfolgend kurz Hy. Zum Glück hat unser Nudel lebhafte und tragfähige Connections.

Bild: Johannes und Robert in Leipzig

Dass er allerdings mit seiner Abschlussarbeit gelegentlich stockt, mag auch an der umfangreichen Anfahrtstüftelei liegen - sinngemäße Kostprobe: Johannes zuckelt mit S-A-Ticket nach MD, sammelt ein paar Nasen nach Le ein. Derweil tagen Weuni und Jens jugendschachlich in Merseburg, ehe auch sie in Le eintreffen. Dort bereite ich schon mal die Abendbrottafel vor. Ein Auto nächtigt bei Maria, das andere bei einer Nudelschen Kommilitonin (wird das wirklich so geschrieben?!). Dass Guido quasi eigenmächtig in DD die Zeitumstellung machen wollte, konnte nur schief gehen - er kam Sonntag von MD und reichlich zu spät...

Bild: Krabat in Schwarzkollm

Alles in allem war die Anreise nach Hy erst okay, dann durchwachsen. Das Problem war Nudels Hirschsalamibrötchen. Anders ist kaum zu erklären, wieso sich uns im brandenburgisch-sächsichen Graubereich ein Reh entgegen stemmt. Das Selbstmordkommando war zu unserem erschrockenen Glück kaum erfolgreich. Zwar biss es auf dem Weg in den Straßengraben noch das Nummernschild ab, die Beule daneben war durchaus üppig, und wir harrten unter der Milchstraße eine runde 3/4-Stunde auf die Polizei. Dennoch erreichten wir Hy, fanden unseren Weg durch neblige Einöde, an gesperrten Brücken vorbei bis ins Schlafquartier.

Bild: Frank und Weuni in Schwarzkollm

Zum schachlichen Teil des Wandertages: Weunis Gegner spielte arg unvorsichtiges Kraut, ließ seinen König in der Mitte auf den Tod bzw. Materialverlust warten - das frühe Führungstor für uns. Johannes mühte sich im Katalanischen mit Se5 und f4 um irgendeinen Vorteil und landete zügig in einer Remisschaukel. Mir erging es ähnlich im hauptvariantischen Grünfeld, wo mein Gegner seltsam brav die Türme sich tauschen ließ mit meiner Dame auf der c-Linie. Bei der Belebung meines Sa5 landete ich zum 2-1 im Unentschieden. Toll anzusehen war Marias schwarze Beharrlichkeit. Ihr lang rochierter Gegner brauchte ewig, ihren Bh4 zu erhaschen, derweil mobilisierte sie bereits ihre Figuren, wehrte das Schlimmste gerade ab. Er ließ ihr noch keck eine Figur, schlug auf h7 ein. Aber Doppelturm und Leichte murksten ihn umgehend ab. 3-1.

Bild: Die Hand eines Spielers bewegt eine Schachfigur

Bild: Tromp an 2 Bild: Tromp an 3 Bild: Tromp an 2 und 3 - revealed

Geil - zumal die anderen Partien alle gut standen. Gordons Läuferpaar schien den GM zu dominieren. Roberts Läuferpaar zielte auf den Doppelbauern b7, b6. Jens rüstete den quasi-Stoni mit dem schnellen b5 auf, blockierte c4, ließ logisch c5 folgen. Nur bei Guido ging es unklar heiß her mit gegenseitigem Königsangriff, wobei beide kurz rochiert hatten.

Bild: ML Nudel

In Zeitnot ging leider fast alles schief. Roberts Gegner öffnete schlau das Zentrum, drohte nicht nur dem König. Wenigstens war sein baldiger Mehrbauer bei ungleichen Läufern nur einen halben Punkt wert. Guidos Zeit war irre knapp, aber als er des Gegners König am A... hatte, hakte ich den Punkt dann doch ab. Vorschnell, denn ein Fehler reichte zum Materialminus und also Verlust. Jens verhedderte sich in seinen guten Möglichkeiten, gab erst Bauern, nahm dann doch nicht die Qualle, hatte noch unspezifischen Druck - aber eigentlich nix. Plötzlich fallen beide Blättchen. Jens' zuerst, zum Glück im 41. Zug - doppelt glücklich, da der Gegner im Affekt Remis ruft, obwohl er grad die Befestigung von Nudels Freibauern klaut und auf Sieg steht. 4-3.

Aber Gordon hatte seinem Gegenüber die Möglichkeit gelassen, sein Bauernzentrum aufzubröseln. Alle Blitze nützten wenig - der a-Freibauer war das Pfund. Gordon musste seinen Läufer geben, hatte aber am übrig gebliebenen Königsflügel keine Chance zu schummeln.

Fazit: Das 4-4 gegen Hy ist definitiv ein verlorener Punkt. Aber - siehe Jens - auch ein gewonnener Punkt. Mit mehr Souveränität bzw. am besten ohne Zeitnot hätte wenn und aber...

frAnk

Bild: Marienkirche in Schwarzkollm im romanischen Stil Bild: vor dem Spiellokal




© 2008, frAnk (Autor), Flash (Fotos) und Robert O. (Verleger) auf den Seiten von AE Magdeburg
Last modified: Fri, Oct 31 23:58:45 2008
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