Wie sich ein Bericht von selbst schreiben kann. Unglaublich. Natürlich konnte ich mir schon denken, was mich erwartet: Jedes mal muss jemand anderes schreiben. Jemand, der letztes Mal noch nicht geschrieben hat. Am besten einer, der letztes Mal nicht dabei war. Also hieß es für mich: „Augen und Ohren auf“, um einen Aufhänger zu finden. Es fanden sich einige!
Als erstes folge ich dem Schema:
Donnerstagtraining! Während Musti die Coach-Philosophie (siehe Titel) verkündet, wartet meine Mutti am Flughafen Berlin-Schönefeld auf den Flieger aus Tallinn, der mich in heimatliche Gefilde bringt. Die Heimreise erfolgt ohne Probleme. Deutschland, vor allem Magdeburg Nord-West, erscheint mir menschenleer, verwaist.
Freitag! Pastor O, Teilzeit-ML, rief an! Ich war nicht zu Hause. Begrüßte gerade Ole Zeuner.
Mit der Sprache raus rücken wollte Robert nicht, wir sähen uns beim Fußball. Leider hatte er die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Ich also nicht zum Fußball, aber dafür Schnix und Weuni. Abends dann noch mal ein Anruf, diesmal mit den nötigen Informationen.
Samstag! Treffen mit Neuem und Neuen! Morgens erhielt ich eine teils russische, teils deutsche Einführung in die Nutzung der Bibliothek. Danach Mittagsessen und ab ging die Post nach Halle. Unterwegs sackten wir noch den Dr. ein, der sich beim Schnürsenkel zubinden die Schulter ausgekugelt hatte. Oder so ähnlich. Dann traten wir gegen Naumburg an. Mir wurde Mini-Bruno zugelost, der dabei ist, einen AEM-Komplex aufzubauen. Danach wollte er immer wissen, ob ich mich vorbereitet oder seine Partien angeschaut hätte, oder ob ich wisse, dass er jene Variante spielt. Wenn ich mich ertappt fühlte, bejahte ich seine Frage, ansonsten schüttelte ich vehement den Kopf. Weiter. Igor-Paul-Pavel, es ist ein Fluch mit den neuen unbekannten Namen, sammelte ebenfalls Material und Punkt ein. Noch 4 Remis und das erste 4:4 war perfekt. Naumburg freute sich, die Klasse war gehalten. Dies wurde beim Essen gefeiert, außer „Pavel“ Fritsch, der blitzte noch. Zu erwähnen bleibt noch das Auftreten des AEM-Präsidenten, bei dessen Anwesenheit die Erste nun noch nie verloren hat. Jens Härtig, der Mann mit den vielen Gesichtern, fragte mich, warum ich ausgerechnet zum Wettkampf mit seinem Verein anreiste. Die Beantwortung blieb offen, aber nach drei Jahren OBL mit Naumburg bin ich mir zum ersten Mal sicher, ihn im nächsten Jahr wieder zu erkennen. Auch dieser Pappenheimer war mir noch unbekannt, vom Aussehen, nicht vom Namen. Rochade und USV trennten sich unentschieden, dass schaffte die Rahmenbedingungen für den nächsten Tag.
Sonntag! Wir brauchen ein 6:2 zu Erringung des zweiten Platzes. Rochade reicht offensichtlich ein 4:4, nur ein Pärchen sträubt sich gegen das Unvermeidliche. Ich möchte an dieser Stelle Ralf-Michael und Ulf ausdrücklich loben, dass sie nach 15-minütiger Verspätung nicht 9:20 Uhr das Spiellokal wieder verlassen haben. Dennoch Remis. Wir hingegen spielen und kämpfen, wozu reist man sonst Tausende von Kilometern durch die Pampa. Am Ende 4:4. Zu wenig. Nachgetrauert werden einer Siegmöglichkeit bei Pavel, dem Eröffnungsvorteil des ML („Ich wollte interessant spielen!“) und den praktischen Chancen in meiner Partie. WIM Conny schlug in der Analyse immer Varianten vor, in denen ich besser stünde. Psychologisch deprimierend. Die Wirklichkeit sah leider anders aus. Zu erwähnen die mehr oder minder sicheren Siege von Jewgeni, Robby(!, „Ich will nach Haus“-Robby), Michael G. (gegen seinen EX-Lehrer) und Dr. Sven. Alles in allem, um mit den Worten von Thomas H. zu sprechen: der USV Halle hätte sich auch über eine EINS zu SIEBEN – Schlappe nicht beschweren brauchen. Dabei hätte ein 6 zu 2 gereicht. Pech gehabt. Nun rutschte DSC I an uns vorbei (Woher haben die eigentlich die ganzen Brettpunkte??), ärgerlich! Erwähnenswert fand ich noch die Siege von Patrick Klawa und Stefan Neidig gegen GM Uhlmann und GM Meijers, dafür lesen wir jedes Mal die Resultate, („Daten fressen“ würde Brain sagen). Und zum Abschluss möchte ich Jewgeni zur Erringerung (s)einer WIM-Norm gratulieren. Ich habe das mal über den Daumen gerechnet: „das passt scho!“ Nudel