Fangen wir
diesmal mit dem Erfreulichen zuerst an, mit dem Ergebnis.
Nach dem
verdienten 5,5-2,5 Sieg gegen Liebschwitz haben sich unsere Sorgen
deutlich entspannt. Warum allerdings immer gegen ordentliche
Mannschaften (dazu zähle ich die Geraer) Leistung gezeigt wird
und gegen die vermeintlich schwachen Punkte abgegeben werden, weiß
auch ich nicht. Es ist wohl ein Phänomen, das aus der Psyche her
rühren muss.
Stellt
sich die Frage, ob wir ein wenig Geld
investieren sollten und mal so einen "Seelenklempner"
aufsuchen sollten. Ich weiß, dass es bei Rochade MD, an einem
der vorderen Bretter, einen gibt. Der ist für Kinder ;-)
zuständig. Das trifft doch auch auf ein Teil unserer Mannschaft
zu? Oder?
Dass die
Mannschaft mit mir 7:1 MP und ohne mich 0:8 MP geschafft hat, ist
hingegen eher Zufall, selbst wenn ich gerne auf diesen Umstand
hinweise ;-)
Was man
allerdings mit starken Willen leisten kann, haben wir mit diesem
Ergebnis bewiesen. Unsere wahrscheinlich zu freundlich eingestellten
Gegnern hätten gegen ein 4-4 nichts einzuwenden gehabt. Aber
diesen Zahn zogen ihnen unser kämpferisch eingestellter ML (ein
Bravo für diese Einstellung) und Joker Mc vor dem Match.
Wozu
sollte ich mir auch die Mühe machen und 8 schwere Bretter und
Figuren in die Jugendherberge buckeln und aufbauen, damit sie dann
ohne Kampf wieder abgebaut und zurücktransportiert
würden. Das ergibt doch keinen Sinn!
Wir gingen
also kampfeslustig und ordentlich vorbereitet in die Partien. Weuni,
der vor dem Match noch aus einem anderen Grund versuchte, mich
mächtig zusammenzustauchen, nahm mir
irgendwie noch etwas Konzentration. Trotzdem kam ich aus meiner
Stellung sehr gut heraus und hoffte, dass alle anderen Bretter auch
so stehen könnten wie ich ;-)
Ja, ich
fühlte mich wohl, und als ich vom 1:0 unserer Zweiten durch unser
Sorgenkind Michael Spandel erfuhr, die drei Etagen über uns
spielten, dachte ich, das könnte ein toller Tag werden.
Wurde er
dann auch, denn ich konnte kaum auf den Brettern unserer Mannschaft
erkennen, dass jemand Sorgen hatte. Einmal während der
Partie fragte ich aber den Pastor, ob er verstehe, was da bei Pavel
auf dem Brett los sei? Dieses Brett machte mir irgendwie die meisten
Sorgen. Bei Susi hoffte ich, dass sie diesmal standhält und
ihren bisher gar nicht so schlecht gespielten Partien ein kleinen
"Glanzpunkt" hinzufügt. Aber irgendwann wird ein
ganzer Punkt kommen, und das Zweifeln an der eigenen Leistungsstärke
wird abnehmen.
Robert
sagte nur zu Pavels Stellung, der mit zwei Figuren mehr, fast matt
schien, das geht schon noch - nur
richtig muss er es spielen. "Richtig", was heißt
das schon, wenn man sieht oder weiß, wie in der OL gepatzt
wird.
Was gibt
es noch aus meiner Sicht Erwähnenswertes, nachdem alle Bretter
irgendwie mit einem positiven Ausgang ihren Lauf nahmen?
Ja, ich
konnte meine gute Stellung (mit Bauern mehr) nicht gewinnen, weil ich
eben doch kein GM bin. Weuni, der sein Handy in der Hose klingeln
ließ und den Zorn des Schiris und der gegnerischen Mannschaft
auf sich zog. Gott sei Dank hatte er es ausgeschaltet, aber es
schaltet sich auf mysteriöser Weise wieder an ;-) Susi, die sich
nicht zu Unrecht von ihrem fürchterlichen Gegner, der mindestens
jede Minute 3-mal hustete, belästigt fühlte. Und Gordon, der
kein Wort redet, wenn der Joker ihm eine lustige Sache während des
Wettkampfes sagen möchte! Da hatte man, wenn man nicht genau
wusste, wer welche Farbe hat, zum Schluss
das Gefühl, er spiele mit Schwarz, weil seine zwei Bauern auf
der siebten und sechsten Reihe standen und der Gegner selbige schon
auf der zweiten und dritten Reihe in Gordons Stellung hatte.
Irgendwie komisch diese Stellung. Aber es hat ja keinen interessiert
außer mich.
Gefallen
haben mir natürlich die schönen Siege von "Supereffi"
und "Nudel" gegen den starken Puschendorf. Hätte ich
diesem kleinen ehrgeizigen ML gar nicht zugetraut gegen einen Gegner
zu gewinnen, der mich mal vor einigen Jahren in 5 Zügen
besiegte! -
Aber das ist eine andere Geschichte, die erzähl euch vielleicht nächstes Mal...