Der Weg zum Erfolg ist mit fremden Misserfolgen gepflastert.Zarko Petan
Zwar ist dank Musti die Coach-Philosophie "Wer F4 sagt, muss auch H4 sagen!" bekannt, wir (vor allem Flash und meine Wenigkeit, Effi wohl weniger) jedoch wollten Nudel-Ersatz Weuni "nur" zu h4 (Idee Flash) im 4.Zug überreden, eine SOS-Empfehlung, die wir schon einmal ausführlich im Donnerstagstraining untersucht hatten. Grünfeld-Spieler aufgemerkt! In meiner Datenbank ist das der erfolgreichste weiße vierte Zug gegen Eure "Verteidigung". Eigentlich sollte man glauben, dass Weuni von solch einem Zug schnell begeistert wäre, aber Pustekuchen! Irgendwie hatte vor allem Flash die besten Argumente, selbst wenn nicht alle Varianten mit entscheidendem Vorteil endeten. Und Flori war vor seiner Donnerstagspremiere von Flash schon so präperiert worden, dass seine Vorbereitung nur eine Wiederholungsstunde war.
Discipline? I don't know the meaning of the word.Liam Gallagher zugeschrieben
Nachdem Nudel die Aufstellung aus dem ferner
Dresden organisiert hatte und für
Robby
und Doc mit
Mc
und Flori
meine weiteren Wünsche
organisiert hatte, konnte ich um 9:30 Uhr in der
HGH
schon Weuni begrüßen, der natürlich um diese Zeit
noch seine
dritte Mannschaft gegen Ströbeck betreute. Weuni konnte es
nicht fassen, dass ich schon um 9:30 Uhr da war und erzählte
jedem Neuankömmling diese unglaubliche Begebenheit. Da unsere
Gäste aus Gera ebenfalls schon da waren, habe ich
aus Geheimhaltungsgründen erstmal
darauf verzichtet, Brett 3 zu besetzen und erstmal nach dem
Rechten gesehen: Toilettenpapier da? Wasserkocher aufgefüllt? ...
Und dann viel zu früh um 9:40 Uhr die
Mannschaftsaufstellung bei Papa Görgens abgegeben. Die
Mannschaft war fast schon komplett, nur Effi und Pavel kamen nach
9:45 Uhr, indes noch vor 10 Uhr. Perfekt!
Ich habe dann nur noch meinen Gegner gefragt, ob unter seinen
Mannschaftskollegen Kaffee-Trinker wären, um sie eventuell in
die Geheimnisse des Wasserkochens einzuführen, aber eine Absage
erhalten.
Umso besser: Keine Kaffee-Trinker, keine
Beschwerden über den
Koffeingehalt des Pulvers.
Und rechtzeitig angefangen, um rechtzeitig vor dem Finale fertig zu sein.
Schach und Boxen haben viel Ähnlichkeit, denn bei beiden Sportarten kommt es auf die richtige Strategie an.Vitali Klitschko - zu "Ehren" seines angekündigten Comebacks ausgegraben
Die empfohlene Strategie unseres MLs konnten wir erfolgreich umsetzen. Als erstes bekam Flori ein Remisangebot, das angenommen wurde, obwohl Weuni meinte, dass Drachen auszuspielen wäre. Das wäre so ziemlich die einzige Eröffnung, die ich gegen Jungspunde definitiv nicht spielen würde. Danach war Pavel an der Reihe. Er hatte Weiß und tat damit, was er am besten kann: Er nahm jedes Leben aus der Stellung, so dass nur ein ausgeglichenes Turmendspiel auf dem Brett war. Und dann bekam Susi ein Remisangebot, nachdem ihr taktisches Remisangebot in der Eröffnung, zu dem sie Weuni überzeugte, erst - wie geplant - abgelehnt wurde. Nach Rücksprache - "Wenn Du weiterspielen willst, spiel weiter!" - hat sie es abgelehnt, sie stand jedenfalls etwas besser. Etwas außer Plan war dann das Remis bei Mc, dem ich entgegnete: "Ich zwinge dich nicht weiter zu spielen." Vielleicht sollte ich in Zukunft einfach nur "Annehmen" oder "Ablehnen" sagen, Mc tat jedenfalls, was ich im Sinn hatte: Er nahm an. Und Weuni als Nebenmann war nach seinem Eröffnungsschocker mit seinem Mehrbauern, den er bereits in der Eröffnung erobert hatte, schon kurz vor der sicheren Verwertung.
This organization does not tolerate failure.Ernst Stavro Blofeld, Nr. Eins von SPECTRE (aus der James Bond-Serie von Ian Fleming).
Wie der gleichnamige Bond-Film von der schwächeren Sorte war allerdings inzwischen meine Stellung. Ich hatte meinen Gegner nach langweiligem Eröffnungsbeginn durch eine ambitionierte Zugfolge beginnend im 11.Zug zu langem Nachdenken gezwungen. Wenn ich allerdings noch die zugehörigen Partien von Jepischin und Waganjan in der Datenbank genauer studiert hätte, und mich nicht wieder nur etwas mehr als eine halbe Stunde vorbereitet hätte, dann hätte ich vielleicht gewußt, wie man das dann weiterspielt.
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| Puschendorf-Offinger nach 29...Te7-e8 |
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| Jovanic-Kos, Bled 2000, nach 29...Ta7-f7 |
So verpasste ich nach der weißen Neuerung im 15.Zug erst Vorteil und dann langsam aber sicher Ausgleich. Nachdem ich im 27.Zug dann realisierte, dass meine Stellung schlecht ist, habe ich zwischendurch Remis geboten, weil Weiß nur noch sehr wenig Zeit hatte. Nach dem Ablehnen meines Gegners habe ich einiges von meinem Zeitvorsprung investiert und dabei trotzdem in den nächsten drei Zügen die Stellung weiter ruiniert. Allerdings hatte Weiß dann im 30.Zug nur noch 2 Minuten auf der Uhr gegen meine 6 Minuten und das war der einzige Zeitpunkt, an dem er einen eindeutigen Todschläger (30.Th4!) hatte. Ich saß da und dachte mir, wie ich dann am besten eine Figur "opfere", um noch größtmögliche Unklarheit zu stiften. Ferner habe ich daran gedacht, dass er zum Glück nicht bei unserem Donnerstagstraining war, sonst würde er das Motiv - überlasteter Läufer hat keine Felder - kennen, siehe das Partiefragment Jovanic-Kos, Bled 2000. Und tatsächlich durfte ich weiterleben. In den nächsten Zügen, die weder ich noch mein Gegner mitschrieben, wechselte die Stellung mehrmals von weißem Vorteil zu Ausgleich, ehe im 41.Zug das Pendel gar zu schwarzem Vorteil umschlug. Und weil wir beide uns nicht sicher waren, ob es schon reicht, kam noch ein Zugpaar hinzu, und die weiße Stellung war verloren. Ich stand frohgemut auf, während der arme Puschendorf die Trümmer seiner einstmals überragenden Stellung betrachtete.
I pick things up I am a collector And things, well things, they tend to accumulate"The Collector" von Nine Inch Nails vom Album "With Teeth" (2005)
Derweil war einiges passiert. Zuerst hatte Susi auf
Zeit gewonnen, weil Kastner
in der inzwischen für ihn etwas besseren Stellung
mit 2 Minuten auf der Uhr "einschlief" und auf Zeit verlor.
Effi hatte inzwischen ebenfalls die Partie gedreht. Nach der
Eröffnung war er noch tot, aber auch er durfte weiterleben. Bei der
Materialverteilung von Läuferpaar und Springer (natürlich Effi)
gegen zwei Türme und
zwei vereinzelte Freibauern (Gerhardt) stand er wohl schon
mindestens ausgeglichen und kurz vor der Zeitkontrolle dann
mit zwei Leichtfiguren gegen Turm auf Gewinn.
Weuni konnte man zwischendurch
ebenfalls gratulieren und hierauf Effi.
Puschendorf machte mir anschließend mit dem 43.Zug das Leben ein wenig
einfacher, danach sah ich keine weiße Rettung mehr. Der 44.Zug hingegen
beendete die Partie sofort.
Damit blieb nur noch Flash übrig, der vor der Zeitnot etwas
wackelte, nachdem er meines Erachtens nach der Eröffnung längere Zeit
Vorteil gehabt hatte. Ich muss allerdings zugeben, dass ich von der Partie
meines Nebenmannes am wenigsten mitbekommen habe. Nachdem ich am
Donnerstag eher von der slawischen Abtauschvariante abgeraten habe,
brachte Flash 1.c4 aufs Brett und die Stellung gefiel mir bald recht gut.
Irgendwie war es anscheinend in Zeitnot mal ein Bauer weniger und
dann eine Figur gegen 2 Bauern mehr. Die Verwertung der Mehrfigur
sah souverän aus und so war ein unglaubliches 6,5:1,5 zustande
gekommen.
Ich habe etwas überlegen müssen, allein gegen Halle II haben wir
letztes Jahr ebenfalls so hoch gewonnen, ansonsten gab es
in der Oberliga da nur mal
einen Sieg, bei dem alle außer Nudel gewannen.
Halle II ist letzte Saison abgestiegen und
einige Liebschwitzerer haben sich mit dem Fazit verabschiedet, dass es
sie dieses Jahr wohl erwischen wird. Ich wäre mir da nicht so
sicher, weil in den Runden 7 und 8 noch Coswig und Rochade warten
und wenn da gepunktet wird, dann sieht es wieder ganz anders für sie aus. Die
Abstiegsfrage kann dieses Jahr sehr spannend werden, mein Tipp ist,
dass vielleicht sogar 6 Punkte reichen, um nicht abzusteigen.
Meine
Prognosen sind zugegeben nicht so viel wert, die
SG 1871 Löberitz
plant schon eine Korrektur des Saisonziels. Wir werden damit noch
warten
.
Zumal ich nicht einmal weiß, was unser Saisonziel war.
In Abschiedsstimmung war zudem noch Papa Görgens, der verkündete,
dass dies sein vorletzter Schiedsrichtereinsatz bei uns war, weil er
nach dieser Saison aufhört. Schließlich habe ich noch unseren Chef in
Dresden angerufen, damit er beruhigt weiterlernen kann. Zuerst wollte
er mir nicht glauben, doch bald war er von der Höhe unseres Sieges
überzeugt. Er hat auch
versprochen brav weiterzulernen. Wer's glaubt...
Und ein jeder machte sich auf, um Handball zu schauen.
Sogar meine Freundin kennt
jetzt alle mit Namen. Weltmeister!
Es gibt kein Recht auf Faulheit in unserer Gesellschaft.Gerhard Schröder, Anfang April 2001 in der Bild-Zeitung - für eine andere Meinung lese man z.B. Das Recht auf Faulheit von Paul Lafargue
Im Jahr zweitausendundsieben, um mal so zu enden, an einem Freitag im Februar, abends oder nachts, habe ich, obwohl ich unschuldig bin, diese Strafarbeit, besser gesagt die "Freuden der Pflicht" eines Mannschaftsberichts hinter mich gebracht und keine leere Webseite hinterlassen. Falls sich unsere Kleinen jedoch weiterhin weigern sollten, einen Bericht abzugeben, sollten wir sie erst dazu zwingen, ihre Pflicht zu tun, bevor sie eine unbestimmte Geste des Abschieds machen und der Wind sie aus dem Türrahmen reißt.
„Was machst Du schon hier?“
Weuni völlig konsterniert um 9:30 Uhr zu Robert O