Nachdem ich mich am Vortag durch meinen Notdienst gekämpft, Herzinfarkte abgeklärt und um 3 Uhr von der Schwester geweckt wurde um einem entlaufenden Patienten nachzuspüren, welcher, obwohl eigentlich stationär, seine Geburtstagsfeier fortsetzte, gegen 23 Uhr kurzfristig erschienen war, um sich dann nach der Spätabendinfusion wieder aus dem Staub zu machen, was dann gegen eben 3 Uhr vom Nachdienst bemerkt wurde (leider kein Aprilscherz), erschien ich gerade noch in der Zeit kurz nach 10 Uhr zum Wettkampf gegen Lok Leipzig, begrüßte erfreut Robby, seinetwegen ich wieder einmal in den Genuss einer Weißpartie kommen sollte.
Susi hatte keinen Gegner und dieser wollte auch nicht auftauchen, so dass es bereits schnell 1:0 stand. Die Gegner waren etwas ersatzgeschwächt angetreten, wie mir auch gleich zu Beginn ML Nudel zuflüsterte, so dass wir insgesamt etwas im Vorteil schienen und so sah es auch bei Robby mit Schwarz in einer Bird-Eröffnung[1] zunächst sehr gut aus, er erkämpfte sich Vorteil und einen Bauern am Damenflügel. Allerdings schwenkte der Gegner dann, seinen Damenflügel aufgebend mit wenigen Zügen auf einen starken Angriff am Königsflügel um und drohte die Königsstellung aufzusprengen, entwickelte einen gefährlichen f-Bauern, so dass Robby schließlich aufgeben musste. Die übrigen Partien entwickelten sich, soweit ich dies mitverfolgen konnte, wie folgt: Flash zeigte ein sehr druckvolles Spiel auf den geschwächten schwarzen Feldern der schon etwas geöffneten gegnerischen Königsstellung mit Weiß und verwertete seinen Vorteil dann sicher im Endspiel mit einem freien h-Bauern. Unser Jugendspieler Zhangxian Wang an Brett 8 hatte mit Weiß ebenfalls sehr druckvolles Spiel in einer Pirc-Verteidigung, doch der Gegner kam zu einem Freibauern auf der h-Linie, welcher immer stärker wurde und sich durchsetzte. Robert O spielte gegen die Leipziger Nachwuchshoffnung Judith Fuchs und erzielte mit Weiß im Trompowsky-Angriff viel Raumvorteil, dann positionellen Druck und einen Freibauern auf der a-Linie, welcher im Endspiel entschied. So blieb noch meine Partie, in der ich zwischenzeitlich in einer Art Königsindisch eine starke Fortsetzung mit Se6 verpasste, um den Bauern c7 mit dem Springer schlagen zu können, was mir frustrierend der Rechner schnell ausspuckte, und den Mehrbauern auf Kosten eines zentralen Doppelbauern dann mit dem Turm viel zu hastig nahm, statt die Position ruhig weiter zu verbessern, welcher dann im Damenendspiel nicht zu verwerten war. Die restlichen Partien waren sehr spannend. Nudel sah sich zunächst einer schlechteren Stellung gegenüber, welche er dann dank eines kontinuierlichen Vormarschs seines starken d-Freibauern in beiderseitiger Zeitnot wenden konnte. Nach weiterem wechselhaften Verlauf einigte sich man schließlich vielleicht gerechterweise auf remis, ebenso in Effis Partie, bei der Effi mit Schwarz im Turmendspiel leichte Vorteile hatte, welche sich aber nicht verwerten ließen. Insgesamt denke ich, geht der Sieg mit 4,5:3,5 in Ordnung, er hätte auch höher ausfallen können. Top-Scorer bleiben unsere ersten 4 Bretter, das Hinterhaus sollte und dazu gehört auch meine Wenigkeit, sich daran aufbauen und nachlegen. Es bleibt ja noch eine Doppelrunde: