AEMAEM Mannschaftsberichte - Saison 2006/07 (6/7)

Prolog

Nach der fürchterlichen letzten Doppelrunde, als ich beide Male nach spätestens 2 Stunden als Erster fertig war, habe ich mir geschworen, erst wieder einen Bericht zu schreiben, wenn ich vernünftige Partien spiele. Okay, der Schwur kam vor allem, um eine Ausrede zu haben! Aber da die Partien am Wochenende ganz okay waren, werde ich wohl zur Feder greifen müssen. Also, los geht's:

Teil 1: Knapp, aber deutlich

Nach dem sicheren Sieg gegen Liebschwitz hatten wir 5:5 Punkte. Bisher im Rahmen der Möglichkeiten im Mittelfeld liegend, sollten am Wochenende nun weiter fleißig Punkte gegen den Abstieg gesammelt werden. Zunächst wartete der Aufsteiger aus Merseburg: Um unserer leichten Favoritenrolle gerecht zu werden, vertraute ML Windel auf frische Kräfte und verhalf Wang Zhangxian zu seinem Oberligadebüt. Vor ziemlich genau einem Jahr verlief das von Flo sehr erfolgreich, mal konnte also gespannt sein! Dazu Mac für Susi (jaja, der Abistress...). Der Plan (Windel vertraut seit neuestem altbewährten Strategien der dritten Mannschaft; nun fehlt nur noch das Kuchenbacken!) war auch schnell erstellt und wie immer äußerst kreativ: vorne punkten, hinten dagegenhalten. Und genau so entwickelte sich auch der Kampf: Ich stand okay, Effi (der zu meinem Erstaunen mal kein Sämisch im Königsinder auspackte) sicher auch, nach einem Scheinopfer sichert er sich das Läuferpaar (bei ihm eigentlich die halbe Miete). Robert O. landet in für ihn bestimmt noch vorbereitete Französischgefilden und auch an den anderen Brettern stand allerhöchstens Pavel schlechter. Aber wieder auf die eigene Partie konzentriert: Im Vorstoßfranzosen mit 6.a3 erwiderte ich f6, da ich mich noch dunkel an meine Vorbereitung gegen Leipzig Gohlis erinnerte (die dort aufgrund eines gemeinen Bluffs natürlich gänzlich umsonst war!). Jedenfalls konnte ich den e5-Bauern fixieren und nach einigen Umgruppierungen (Sc6-d8, den anderen nach h6 und schließlich Sd-f7 - wer hat diesen Zug so schon einmal gezogen? - nebst Sf5) eine aktive Stellung erzielen, während Kirk sich alá Karpow aufbaute, aber leider längst nicht so sicher wie der große Meister, nach h5,g5-g4 fiel die weiße Stellung erstaunlich schnell zusammen.
Unterdessen waren auch ein paar weitere Bretter beendet: Markus, der nach der Eröffnung vielleicht etwas besser, dann leicht schlechter stand mit Remis auf Anordnung vom Chef ("Ich wollte ja weiterspielen, aber der ML hat's verboten!"). Nun ja, aufgrund am Sonntag offenbarter Defizite vielleicht auch besser so wink.
Dann landete Pavel gewohnt sicher im Remishafen und auch der Doc steuerte einen halben Punkt bei, da er nach merkwürdiger Eröffungsbehandlung seines Gegenspielers deutlichen Vorteil (e5 mit totaler Einschnürung sowie später ein besseres Endspiel) verpasste. Wang spielte gegen den Vierbauernangriff im Königsindisch. Nach dem Standardopfer b5 entstand eine interessante Stellung. Der Bauer wurde zwar zurückgewonnen, doch irgendwie ging der Faden verloren, ein starker Freibauer auf e6 sorgte für zu große Probleme. Zum Glück übersah der Gegner aber alle taktischen Totschläger und kurz vor der Zeitkontrolle noch Wangs Abwicklung zum remisen Endspiel mit Dame gegen Doppelturm. Windel spielte gegen den sicher stärksten Merseburger Dirk Wildenrath und unterstrich dabei seine starke Form eindrucksvoll: Im g3-Sizilianer zunächst ruhig aufgebaut und kurz rochiert, dann mittels g4 (Buh!) den Gegner zur langen Rochade provoziert und ihn ein bisschen auf der h-Linie austoben lassen (Motto: "h-Linie kann er haben, mein Fianchettoläufer hält das schon!") und ihn dann am Damenflügel auseinander genommen. Respekt, auch wenn ich immer noch glaube, dass Schwarz über Gegenspiel verfügte.

Somit 4:2 und es sah bei den verbleibenden Parteien von Effi und Robert O. eher nach einem 6:2 als nach einem knappen Ergebnis aus, aber Roberts Partie endete trotz aussichtsreichem Endspiel (Turm, Läufer sowie a- und b-Bauer gegen Turm, Springer und h-Bauern) nur Remis. Die Partie habe ich aber sowieso kaum verstanden, auch Fritz weiß nichts damit anzufangen und pendelt aus Sympathie für beide Seiten beständig von einer Seite zur anderen. Eigentlich ideal geeignet für ausführliche Analysen, stimmt's Robert?

Richter-Offinger nach 17.Sxg6

Richter - Offinger: Welche Watsonempfehlung war jetzt noch mal die bessere?

Und bei Effi, der meines Erachtens zunächst alles im Griff hatte, wurde es dann doch noch zu einem typischen Königsinder: Schwarz kam zu seinem g4-Hebel (Effi: "Ich habe wohl zu früh rochiert") und hatte wieder Gegenspiel, kurz vor der Zeitkontrolle hätte der weiße Angriff aber trotz Rückkehr des eigenen Königs ins Zentrum durchschlagen müssen. Stattdessen entkam Schwarz, um nach Effis Ablehnung einer Zugwiederholung selber entscheidend anzugreifen. Auch Effis größte Stärken (Läuferpaar verwerten und Dauerschachs finden) ließen ihn an diesem Tag im Stich. Den wahren Grund für die unerwartete Niederlage habe ich natürlich schon ausfindig gemacht: absolut unnötige Schlafunterbrechungen (siehe unten). So am Ende also 4,5 Punkte und Sonntag sollte der Klassenerhalt dann am besten endgültig gesichert werden.

Effi-Grieger

Degtiarev - Grieger: Remis oder nicht Remis, das ist hier die Frage. Effi lehnt 45.Db5 Dh1 46.De2 Db1 ab und verliert noch.

Teil 2: Die Serie hält

Ohne Daniel Dexter und dem aufgrund der Senioren-EM fehlenden Burkhard Malich war die Chance für den dritten Sieg in Folge natürlich groß, die Taktik siehe oben. Ergänzt wurden wir diesmal vom überpünktlich erscheinenden Willi, womit auch der 14. aufgestellte Spieler zum Einsatz kam.
Effi war als erster fertig, im Grünfeld zerfetzte er zunächst das weiße Zentrum, um anschließend mit der Dame zuerst die Königsflügelbauern und dann noch einen Turm einzusammeln. Nach 19 Zügen war die Hinrichtung vorbei, da war wohl einer noch etwas frustriert vom Vortag wink.
Danach folgten 2 Remis von Frank (der dank verirrtem gegnerischen Turm wohl auch Vorteil erzielen konnte) und Wang, der mit Weiß gegen Französisch ständig am Drücker war. Mehr als zum Remis verteidigen ging für Bernd Rößler da nicht. Also hinten wichtige halbe Punkte, oder eher doch nicht, denn danach fiel Naumburg ähnlich wie Liebschwitz total auseinander. Zunächst konnte ich gewinnen, da Herman Packroff in typischer leicht schlechterer Grünfeldstellung mit f5 vorschnell mein Zentrum sprengen wollte, ich mit dem Bauernopfer d5 aber starke Initiative entfalten konnte. Ein schlechteres Endspiel wäre für Schwarz noch möglich gewesen, stattdessen beendete ein taktisches Übersehen die Partie vorschnell.
Es folgte Jens mit einem erneut überzeugenden Sieg (auch hier vorschnelle Öffnung des Zentrums, die nach hinten losging und einen Bauern kostete), nun mit starken 5/6 einer der Topscorer der Liga. Und dann feierte auch noch der Doc seinen ersten Sieg: In einem typischen wuseligen Königsinder übersah Volkmar Huth die gegnerische Kreuzfesselung, vor allem aber, das durch Aufstellen einer Mattdrohung noch Rettung möglich war:

Huth-Quist

Huth - Quist: Weiß in Nöten, doch 37.Da5 rettet die Partie

Robert O. erhöhte auf 6:1, ein Spiel auf ein Tor endete mit einer nur unter Damenverlust zu vermeidenden Mattdrohung. Und so blieb es Susi vorbehalten, kurz vor der Zeitkontrolle (im 23.Zug nach bereits horrendem beiderseitigen Zeitverbrauch in den ersten Zügen des Antifranzosen) einen eingestellten Springer mitzunehmen und für die Einstellung des höchsten Oberligasieges zu sorgen. Für alle, die nicht an Zufälle glauben, fielen mir gleich zwei interessante Dinge auf:
1. Zum zweiten Mal spielten wir in der Oberliga gegen Merseburg, beide Male wurden sie mit 4,5 besiegt, der Reisepartner mit 7:1!
2. Nach Liebschwitz eröffnete ich erst zum zweiten Mal überhaupt mit c4 (Dirk wäre stolz auf mich), und es gab wieder einen Kantersieg! Da lohnt ja fast eine Umstellung...

Fazit:

Das überlasse ich natürlich Windel: "Der Mannschaftsleiter schläft wieder beruhigt, da wir im Abstiegskampf dieses Jahr keine Rolle mehr zu spielen scheinen!".

Flash

Sprüche

„Ich bin um 8 aufgestanden, um die letzten 5 km zu sehen, aber die waren schon fertig!“
Sportfan Effi, der offenbar noch nicht weiß, wie schnell die deutschen Langläufer wirklich sind [Doppelsieg in Sapporo]

„Wir müssen Donnerstag Matt in 2 üben!“
Planungen für das Oberligatraining, die natürlich auch sofort umgesetzt wurden

„Da ging doch ein Matt in 2!“
ein anderes Mannschaftsmitglied über ein bis heute nicht ganz aufgeklärtes Phantommatt bei Effi gegen Grieger

„Windel meinte, es seien 7 Übernachtungen gebucht. Aber wird dann Malich oder Dex morgen dabei sein?“
Effi und ich grübeln über Naumburger Wechselspielchen, aber natürlich mal wieder mit total falschen Schlussfolgerungen...

„Dann ist ihm eingefallen, dass Burkhard gegen Grünfeld genauso spielt “
Effi über Mini Bruno, der den Vorteil der völligen Fehlvorbereitung von Effi nicht ganz zu nutzen wusste!

„Was, morgen geht es um 10 Uhr los? Aber warum habt ihr mich denn nicht korrigiert? “
„Wir dachten, du hättest Dich nur verschrieben! “
samstäglicher Dialog zwischen Jens und seinem Team, nachdem unserem ML offenbar wurde, dass die Sonntagsrunde erst um 10 Uhr beginnt; Frank, der von all dem nichts mitbekam, kam am nächsten Morgen natürlich um 9 Uhr!

„Ich will aber unbedingt Samstag spielen! “
„Warum denn?“
„Da bekomme ich Katja Mädel, das habe ich mir schon ausgerechnet!“
Susi in Diskussion mit dem ML, nachdem sie sich geeinigt hatten, dass sie nur einen Tag spielt

„Nein! “
der ML wohlwissend, was passiert, wenn man sich am siebten Brett zu sehr auf eine(n) Gegner(in) freut

„Erst 1, dann 2, dann 3, dann 4... “
Windel, den das brettweise Erhöhen des Punktestandes hörbar erfreute

aus dem Merseburger Bericht (einfach zu köstlich):
„Kirk spielte in der Vorstoßvariante, die ja letztens von Robert O. beerdigt wurde, gegen einen top-vorbereiteten Flash. “




© 2007, Flash (Autor) und Robert O. (Verleger) auf den Seiten von AE Magdeburg
Last modified: Tue Mar 08 15:16:45 2007
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