Da ich gerade so in Fahrt gekommen bin und die aufzehrende Anfahrt den Lesern dieser Homepage nicht vorenthalten möchte, will ich doch den Bericht zum Wettkampf gegen Naumburg, zugegebenermaßen extrem verspätet, aber nicht minder spannend, folgen lassen. ich hatte mit Roberts, nur meine etwas schnellere Fahrweise, ein entsprechendes Zeitlimit nach Naumburg festgelegt, als dies "Mc" in helle Aufregung versetzte und er auf einen 30 minütig früheren Abfahrtstermin drängte, zumal es galt noch Michael Görgens in Schönebeck und "Nudel" am Leipziger Flughafen abzuholen. So sammelte ich "Mc" ein und ebenso Michael Görgens, welchen wir vorsorglich an den Ortseingang von Schönebeck beordert hatten. Als wir noch "Nudel" am Flughafen-Terminal aufgenommen hatten, wunderte ich mich ob meiner zur Neige gehenden Benzin Tankfüllung, welche mir in dieser geringen Menge bis dato gar nicht aufgefallen war. Während sich "Mc" ob der geringen Zeitvorgabe nach Naumburg gar nicht mehr beruhigen wollte, fing bereits mein Motor an nach Benzin zu schnappen, als wir die Auffahrt zur A9 nahmen. Gerüstet für solche Zwischenfälle füllte ich das fehlende Benzin durch meinen mitgeführten Benzinkanister nach, es waren ca. 5 l. Allerdings blieb ich sehr beunruhigt, da diese 5 l bereits nach wenigen Kilometern aufgezehrt schienen und ich den unstillbaren Durst meines Motors ungläubig bestaunte. Gerade konnte ich noch an die nächste Tankzapfsäule rollen um vollzutanken. Ich dachte, meine Benzinanzeige spielt endgültig verrückt und war mir relativ sicher, dass jetzt, nachdem ich den Kilometerzähler auf Null gestellt hatte, nichts mehr passieren konnte, so sah ich die Benzinanzeige sich im Zeitlupentempo verringern und spätestens in einem Ort, den ich bis dato noch nie gehört hatte, Braunsbedra, wollte das Lichthupen und Gestikulieren der anderen Autofahrer nicht mehr aufhören. Ein kurzer Blick unter das Auto, welches wir kurz an einem Parkplatz abstellten, erbrachte Gewissheit: das Benzin schoss in Strömen aus dem Tank und hinterließ eine Spur des Grauens (nicht auszudenken, wenn ein Funke übergesprungen wäre, das erinnert an Kinofilme, z. B. James Bond mit T. Dalton oder Stirb langsam 2).
Gerade ca. 20 km vom Spiellokal entfernt standen wir nun vor der unglücklichen Aufgabe ein lokales Taxi zu ordern. Irgendwie ist es uns gelungen, wahrscheinlich haben wir die Taxifahrerin, welche wir mehrfach antelefonieren mussten, und uns 5 minütig mitteilte, sie komme gleich, vom gemütlichen Mittagstisch gelockt. Rein in das Sammeltaxi und auf zum Mannschaftskampf gegen Naumburg war die Devise. Mit ca. 45 minütiger Verspätung drehte gerade die "Gruppe mit den Schutzengeln" auf und erspielte 3 von 4 möglichen Punkten. Allerdings etwas glücklich. So profitierte "Mc" von einem einzügigen Einsteller des Gegners und auch meine Partie sollte eigentlich Remis sein. Da ich aber einen Eröffnungsvorteil, mein Gegner war auf die Umstellung von Slawisch auf Panow nach 1.c4 c6 nicht gefasst gewesen, fahrlässig irgendwo im Mittelspiel vergeudete, wollte ich mich in einem gleichfarbigen Läuferendspiel mit Mehrbauern noch nicht mit Remis begnügen und spielte weiter und tatsächlich behandelte mein junger Gegner dies nicht so gekonnt um mich nach mehren verpassten Remisabwicklungen gewinnen zu lassen. Eine sehenswerte Angriffspartie spielte "Flash", welcher seinen Gegner in einem unwiderstehlichen Königsangriff matt setzte. Nach Ende des Wettkampfes, 5-3 für uns, erinnerte ich mich wieder an das leidliche Problem – wo war noch gleich mein Auto? ja natürlich in Braunsbedra ! Dort angekommen schaffte ich es noch das Auto in der 2 km entfernten Audiwerkstatt einzuparken, nicht ohne die obligatorische Benzinspur zu hinterlassen. Nachdem ich schnell noch einen Brief mit den nötigsten Instruktionen im Werkstattbriefkasten hinterlassen hatte, orderte ich wieder das ortsansässige Taxi, das ich diesmal schon vorgewarnt hatte...
nun mich traf die Nachricht wie ein Blitz: Ursachen für den Zwischenfall: die komplette Benzinleitung war in einer anerkannten Magdeburger Audiwerkstatt kurz zuvor ausgetauscht worden, aber nicht ein vollkommen aufgelöster Benzinschlauch, welcher als Verbindungsstück diente. Zudem war die Entlüftung des Benzintanks falsch herum eingesetzt worden, was zur Folge hatte, dass dauernd Überdruck herrschte. Auf die von der Werkstatt zugesagte Erstattung der Benzin- und Reisekosten warte ich noch heute, zumindest die Reparatur lief auf Kulanz.