6:30
klingelt der Wecker, gähn. Deutscher Mannschaftspokalspiel steht
heute an. Leider kein Heimspiel: Ins thüringische Breitenworbis
zieht es Supereffi, Mac Schwenke, Vincent und mich. Vinc ist ganz
überrascht, dass er vorne sitzen darf (nur im Auto...). Sowohl
Effi als auch ich verzichten freiwillig. Natürlich nicht ohne
Hintergedanken, kann man so doch ein wenig Schlaf nachholen. Aber
nichts da, Mac will, dass wir seine schöne Naturstrecke durch
den Harz gebührend bewundern und legt daher alle paar Kilometer
eine Vollbremsung zum Wachrütteln hin (die Ausrede „ich
dachte, da wäre ein Blitzer“, glaubt eh keiner...). Da wir
trotz Umleitungen doch recht gut im Zeitplan liegen, kommt Mac zu der
Einsicht, dass wir ruhig ein wenig später hätten losfahren
können. Wenn der wüsste...
Irgendwie
kommen Vinc und Mac nach Durchquerung von Werther (welches es mehr
als einmal gibt) auf die Geschichte des Dresdener Busfahrers, der
seine Zweitliga-Fußballmannschaft zum falschen Burghausen fuhr.
„Da informiert man sich doch vorher, wo man hinfahren muss. So
was würde mir nie passieren!“ Meine vorsichtig geäußerte
Skepsis und In-Schutznahme des Fahrers stellte sich leider als nicht
ganz unbegründet heraus...
Als wir
schließlich 9:50 Uhr ankommen, ist es doch arg verwunderlich,
dass noch niemand vor Ort ist. Während einige sich darüber
echauffieren, wundere ich mich dann doch über die Abwesenheit
der Gegner und des Schiris. Als ich dann noch in der ausliegenden
Zeitung den lokalen Artikel lese (der den Spielbeginn vom
Breitenworbisser „Schachhöhepunkt des Jahres“ auf 14
Uhr fixiert) und Effi per Handy in typischer Robert O.-Manier („Um
2 natürlich!“) die Bestätigung vom Pastor erhält,
bereue ich das frühe Aufstehen langsam wirklich. Die Begründung
von Mac, wieso er denn von um 10 ausging, zerstreute alle restlichen
Zweifel, die Auflösung hierzu erfolgt später.
Mac
versucht noch, das Spiel vorzuverlegen (derweil reift bei Effi und
mir die Erkenntnis, dass wir auch in der ersten Runde des letzten
Jahres um 14 Uhr begonnen haben...). Dies klappt zwar nicht, aber
dafür bekommt er einen Geheimtip...
Also
nichts wie auf zum Bärenzoo nach Worbis (www.baer.de), zu
erwähnen bleibt noch die Geschichte der Banksuche (in
Kirchenworbis glaube ich, auf jeden Fall in irgend einem Worbis), als
uns gleich mehrere Passanten in die Irre führen wollen, was
ihnen natürlich nicht gelingt (siehe unten).
Im
Bärenzoo angekommen gibt’s bei Superwetter allerhand
wissenswertes über Braun-, Grizzly-, Schwarz-, Eis-, Wasch-,
Malaien-, Pandabären etc. zu bestaunen. So erfahren wir beim
„Bärenquiz“, dass sie Winterruhe halten und wir
lernen, dass Neugeborene nur ca. 0,4 kg wiegen!
Es gibt
ein großflächiges Gebiet mit viel Raum für viele,
viele Bären, nur komisch, dass (abgesehen von einer handvoll
Braunbären und einem Waschbären) keine zu sehen sind! Ohne
eine direkte Verbindung zu vermuten, ist es doch verwunderlich, dass
es beim Kiosk direkt neben den Bärengehegen „Biowurst“
gibt. Ohne genauer wissen zu wollen, was das bedeuten mag, begnügen
wir uns lieber mit Pommes...
Zurück
in der Gaststätte geht es nach dem Mittag endlich los, mit
Sobolevsky, Schmidt und zweimal Petiko tritt SV Breitenworbis in
Bestbesetzung auf: Damit sind wir vermutlich an Brett 2 Favorit (ich
gegen Schmidt) und an 4 Außenseiter (Vinc gegen J. Petiko), an
Brett 1 und 3 halten sich die Chancen etwa die Waage. Spannung
scheint also angesagt, vor allem das Familienduell an 3 und 4 dürfte
interessant werden!
Nach
kurzer Zeit stehe ich bereits sehr gut, Mac dagegen recht komisch:
nach kurzer Rochade dauert es nach einem Läufereinschlag auf g6
nur wenige Züge, bis sein König nach einem kurzem Ausflug
ins Zentrum (bei vollem Brett!) auf b6 ankommt. Aber irgendwie
überlebt er nach einem Qualitätsopfer und spielt wieder
mit. Während bei Effi im Meraner System alles noch Theorie ist,
welche ihn aufgrund gemeiner Zugumstellungen aber doch einige Minuten
kostet, gibt’s bei Vinc nur Mittelspielgeplänkel zu
bewundern. Doch plötzlich übersieht sein Gegner einen
Springereinschlag auf d5, nach cd und Lxd5+ wird der schwarze Turm
auf a8 dankbar mitgenommen. Effi gewinnt auf ähnlich einfache
Weise eine Qualität, das Endspiel mit Doppelturm gegen Turm und
Springer wird souverän nach Hause gebracht. Da inzwischen auch
Markus seine Partie gewonnen hat, ist der Wettkampf entschieden. Da
macht es zum Glück nichts mehr aus, das ich meinen Gegner noch
die Chance zu einem Remis biete (welche er aber nicht nutzt) und Vinc
in gewonnener Stellung aufgrund von Zeitnot ein Sicherheitsremis
vereinbart (was zudem den Sieg im Familienduell sichert).
Fazit: Am Ende haben wir doch recht souverän gewonnen, auch wenn der Sieg sicher etwas zu hoch ausfiel. Aber gegen unsere bärenstarke Vorbereitung war es für Breitenworbis an diesem Tag sicherlich nicht einfach...
Bleibt zu hoffen, dass wir nun beim dritten Anlauf auch mal die erste Doppelrunde überstehen. Um das zu schaffen, sollten wir unsere Wecker schon mal auf 6:30 stellen...
| SV Breitenworbis | AE Magdeburg | 0,5:3,5 |
|---|---|---|
| Sobolevsky | Degtiarev | 0:1 |
| Schmidt | Andre | 0:1 |
| Petiko, N. | Schwenke, M. | 0:1 |
| Petiko, J. | Schwenke, V. | 1/2 |
„Da
hätten wir ruhig eine halbe Stunde später losfahren
können“
(Mac, der
etwas zu viel Fahrt für die Strecke nach Breitenworbis
einplante)
„Da
informiert man sich doch vorher!“
(kein Kommentar!)
„Eine
Frechheit, das hier immer noch keiner da ist!“
(Mac,
knappe 5 Minuten [und 4 Stunden] vor Spielbeginn angesichts
fernbleibender Gegner)
„Auf
den Löberitzer Seiten stand, dass sie um 10 Uhr
anfangen“
(Macs
Informationsquelle...)
„So
eine Bank gibt’s bei uns nicht!“
(ziemlich
überzeugend klingende Kirchenworbisser Passanten, in nur 100
Meter Entfernung von der gesuchten Bank stehend)
„Der
Bärenzoo ist klasse, abgesehen davon, dass es keine Bären
gibt...“
(prägnante
Charakterisierung des Worbiser Parks)