Das Schachteam von Aufbau Elbe Magdeburg verpasste nur ganz knapp das Erreichen des Viertelfinales der Pokal-Mannschaftsmeisterschaften. Konnte Rotation Pankow am Sonnabend noch im Blitzentscheid mit 2,5:1,5 besiegt werden, so war Bundesligist König Tegel am Sonntag Endstation für die Elbestädter. Aufgrund der besseren Wertung zogen die Berliner nach einem 2:2-Unentschieden in die nächste Pokalrunde ein.
Schiedsrichter Dan-Peter Poetke loste den gastgebenden Magdeburgern von Aufbau Elbe den Berliner Zweitligisten Rotation Pankow zu, die über ein sehr ausgeglichen besetztes Team verfügen. Aufbau Elbe setzte am vierten Brett Nachwuchshoffnung Florian Brüggemann ein, der einem starken Kontrahenten gegenüber saß. Mit den schwarzen Steinen versuchte der Magdeburger Gegenspiel zu erlangen. Als dann jedoch ein Bauer verloren ging und der Berliner seine Stellung nach und nach verstärken konnte, musste sich Florian Brüggemann geschlagen geben. Am Spitzenbrett saßen sich der Elbestädter Jevgeny Degtiarev und Benjamin Dauth gegenüber. Im Mittelspiel erlangte Dauth Vorteil, schwächte die gegnerische Königstellung und holte einen weiteren Zähler für Rotation Pankow. Den Anschlusspunkt für Aufbau Elbe erzielte Gordon Andre, der sich in einer langen Theorievariante besser auskannte als sein Gegenüber und bald über Materialvorteil verfügte. Geschickt neutralisierte er die Initiative des Berliners, tauschte die Damen ab und wickelte in ein klar gewonnenes Endspiel ab. Beim Stand von 1:2 aus Sicht der Magdeburger musste also Mannschaftsleiter Jens Windelband unbedingt seine Partie gewinnen. Von Beginn an setzte der Elbestädter seinen Kontrahenten unter Druck, sicherte sich das Läuferpaar und eroberte schließlich einen Bauern. Der Berliner kämpfte zwar noch lange um das Remis, musste sich aber letztendlich geschlagen geben.
Da das Ergebnis ein 2:2-Unentschieden war und auch die Brettwertung keinen Sieger hervorbrachte, musste ein Blitzwettkampf entscheiden. Alle vier Partien wurden mit vertauschten Farben und nur fünf Minuten Bedenkzeit für jeden wiederholt. Nach einem hochdramatischen Verlauf, konnten Jens Windelband und Gordon Andre erneut ihre Gegner bezwingen und Jevgeny Degtiarev mit noch sechs Sekunden auf der Uhr Dauerschach geben, was die Punkteteilung am ersten Brett und das Weiterkommen für die Gastgeber bedeutete.
Die andere Begegnung zwischen Landesligist SV Salzgitter und König Tegel konnte der Bundesligist souverän mit 3,5:0,5 für sich entscheiden. Das Finale der Magdeburger Zwischenrunde um den Einzug ins Viertelfinale bestritten am Sonntag also Aufbau Elbe und König Tegel.

Schachvereinigung Salzgitter (v.l.n.r.):
Krökel, Abel, FM Breuer,
Zeltwanger
(Quelle: Markus Schwenke, AEM News)
Auf Seiten der Magdeburger wurde Florian Brüggemann durch Robert Offinger ersetzt, der am zweiten Brett seinem Gegenüber ein Remis abringen konnte. Mannschaftsleiter Jens Windelband erzielte einen weiteren Sieg, indem er seinen Berliner Kontrahenten taktisch überspielte. Gordon Andre übersah in ausgeglichener Stellung leider ein gefährliches Springermanöver des Berliners und musste sich kurze Zeit später geschlagen geben. Damit stand es zwischenzeitlich 1,5:1,5. Allerdings sprach die Wertung diesmal zugunsten von König Tegel, weshalb Jevgeny Degtiarev gegen den Internationalen Meister Rene Stern unbedingt gewinnen musste. Doch der Berliner konnte trotz eines Minusbauern seinen König aktivieren und Druck ausüben, was ihm das Remis sicherte.

SK König Tegel Berlin (v.l.n.r.):
IM René Stern, IM Ulf von
Hermann, ML Rausch, Olaf Teschke, FM Stephan Giemsa (Quelle: Markus Schwenke, AEM News)
Damit hatte sich der hochfavorisierte Bundesligist König Tegel durchgesetzt. 3 aus 3 konnte allerdings nur einer vorweisen: Pokalheld Nudel. Kein Wunder, dass MC beim Kurzbesuch der Eltern des Pokalhelden noch folgendes Statement von sich gab: Schade, dass Sie nur ein Kind haben, das Schach spielt.
(nach dem Bericht für die Volksstimme)
Bundesligist setzt sich durch!
So oder so ähnlich unspektakulär könnte die
Überschrift des Pokalwochenendes klingen. Dies würde aber
weder der Dramatik der Samstagsduelle gerecht werden, noch die
Spannung des Sonntags wiedergeben. Daher versuchen wir durch eine
Unterteilung des Wochenendes in Sonnabend und -tag dem Bericht eine
Struktur zu geben, die dem Leser vor Augen führt, was er
genießen durfte bzw. ggf. verpasst hat.
Da mir im Vorfeld nach den Spitzenbrettern der zweiten und dritten
Mannschaft auch noch das etatmäßige vierte Brett
Robert O
absagte
(mit den Worten: ich spiele lieber Sonntag, da könntet ihr
Samstag nämlich rausfliegen
),
griff ich auf einen der angedeuteten talentierten Jugendlichen
zurück. Jewgeni Degtiarev durfte
Gordon,
Florian und
mich
unterstützen. Zur Motivation brauchte ich dann auch nicht mehr
viele Worte verlieren, denn jeder in der Mannschaft wusste, wie viel
mehr Robert lieber Schach spielt als sonntags zu arbeiten, weshalb
wir uns alle an das Brett setzten mit dem inneren Bedürfnis,
Robert diese Chance zu ermöglichen.

Aufbau Elbe Magdeburg (v.l.n.r.):
Windelband, Andre,
Brüggemann, FM Degtiarev (Quelle: Markus Schwenke, AEM News)
So erfolgte nach souveräner Auslosung des Schiris Dan-Peter Poetke das übliche Aufstellungsberatschlagen. Unsere war schnell gefunden, nach DWZ geordnet saßen wir der Rotation Pankow gegenüber. Ein Kampf, der vor allem den Weißspielern Freude bereitet. Positiv dabei in meinen Augen Florian, der seinem Gegner lange Zeit Paroli bot und seine gute Form bestätigte. Leider aber hatte er Schwarz.
Beim Schwesterkampf auf der anderen Seite des Raumes gewann König Tegel gegen die Schachfreunde aus Salzgitter nach und nach die Oberhand, so dass bis zur Zeitkontrolle alles entschieden war: 3,5 zu 0,5 lautete das Endergebnis.
Bei uns kamen zwar die Jünglinge unter die Räder, aber Gordon schaffte den Anschluss und ich spielte ein bequemes Endspiel mit Läuferpaar gegen gegnerische Bauernschwächen. Als ich jene dann ausbeuten konnte, kämpfte der Berliner verzweifelt um den nötigen halben Punkt. Ich hingegen versuchte durch erlaubtes Doping - Cola und Schokolade - meine Reserven aufzufüllen, um mich für den Blitzkampf fit zu bekommen. Derart aufgeputscht schaffte ich dann nicht nur den Ausgleich, sondern im anschließenden Blitzentscheid auch noch den Schwarzsieg. Gefolgt von einem Sieg Gordons und einem Remis Jewgenis schafften wir ein 2,5:1,5 und viele Kiebitze freuten sich mit uns. Ich liebe Heimspiele.

Rotation Pankow (v.l.n.r.):
Steinhagen, FM Schwekendiek, Boetzer, Dauth
(Quelle: Markus Schwenke, AEM News)
Nachdem Jewgeni mehr als Florian geholt hatte, entschieden wir, ihn auch am Sonntag einzusetzen. Eine Maßnahme, die wahrscheinlich nicht nur für uns überraschend kam (siehe Sprüche). Nach erfolgter Auslosung, wir hatten Weiß an eins und vier, setzten wir Robert an zwei, da uns egal war, an welchem Brett er das Remis holt. Dieser Plan ging auch auf, gefolgt gar von einer kurzzeitigen Führung unsererseits. Leider konnte Flash nicht an die Vortagesleistung anknüpfen, weshalb die Last der Verantwortung auf den Schultern unseres Spitzenbrettes lag. Der zwischenzeitliche Mehrbauer machte zwar mir Hoffnung, aber alle anderen sahen schon das unvermeintliche: Remis und Ausscheiden nach Berliner Wertung.

AEM (v.l.n.r.):
Jens Windelband, Gordon Andre, Robert
Offinger, FM Jevgeni Degtiarev
(Quelle: Markus Schwenke, AEM News)
Es kam, wie es kommen musste, und wir gratulierten den Tegelianern zum verdienten Weiterkommen. Sie waren uns eine Nasenlänge oder eben ein Brett voraus. Beim abschließenden Italiener-Besuch rätselten wir noch, wie wir das Ergebnis noch zu unseren Gunsten hätten wenden können, aber viel mehr als die "Magdeburger Wertung" ist uns nicht eingefallen - diese ist ganz einfach, nämlich wie die Berliner Wertung, nur von hinten an gezählt. Leider ließ der Pokal-Spielleiter sich nicht am Telefon überzeugen. Dann eben nicht, Pech gehabt und auf ein Neues im nächsten Jahr.

Tegel-AEM (von vorne nach hinten):
1.Brett: Degtiarev-Stern
2.Brett: von Herman-Offinger
3.Brett: Teschke-Andre
4.Brett: Windelband-Giemsa
(Quelle: Markus Schwenke, AEM News)
„Mein Gegner wollte anscheinend unbedingt gewinnen, warum sonst hätte er mit Budapester Gambit eröffnen sollen? Er spielt sonst immer Damengambit, und Budapester nur gegen 2100er bis 2200er.“
„Da siehst Du mal, welchen Eindruck Du gestern
hinterlassen hast!“
Jewgeni und Flash im Dialog, nach Jewgenis Partie gegen IM René Stern.
„Wir haben schon gewusst, dass es knapp wird, nachdem Rotation Euch gestern so gepuscht hat!“
Manfred Rausch, Mannschaftsleiter König Tegel, sonntags in Magdeburg
„Ich habe etwas gesehen, was der IM nicht gesehen hat!“
Mc blühte auf
„Das hat die Stellung doch gar nicht mehr nötig, ich hab doch meinen Freibauern auf der a-Linie!“
IM Sternchen, nach der Partie, als er von Mc zur oben genannten Sache befragt wurde. Die a-Linie befand sich natürlich auf der ganz anderen Seite als Mc Messers Aktion.
„Benny war in den Gedanken noch bei den Elefanten!“
Musti, nach dem Blitzentscheid, als Benjamin Dauth 6 Sekunden vor
Blättchenfall Jewgenis ein Dauerschach zuließ. Benjamin
spielte mit Musti und Riker ein Spiel names
Tadsch Mahal. Offensichtlich geht es in selbigem um Elefanten.
„Eigentlich war es vorher klar, wie soll man bei eventuellem Gleichstand in BERLIN bei selbstlautender Wertung eine Chance auf einen Mannschaftsieg haben?
Leider bringt einen ein 2:2 nicht immer zum Blitzstichkampf“
Brain
am 25.11. im
Forum der
SG 1871 Löberitz. Ihm sei versichert, dass es nicht am Ort, sondern eher daran liegt, dass die Mannschaft aus Berlin kommt.
„In der Spitzenpaarung der Sachsenliga konnte Ebersbach den SC Hoyerswerda mit 4,5:3,5 bezwingen und seinen Vorsprung auf drei Mannschaftspunkte ausbauen, da GW Dresden in Chemnitz gegen SC Aufbau etwas überraschend hoch mit 2,5:5,5 leer ausging.“
Der übliche Ebersbach-Bezug!
Ausschnitt aus den News des
Schachverbands Sachsen e.V. vom 14.01.2007. Da kommt Freude
auf. Anscheinend will Ebersbach uns Revanche für die
Vorjahresschlappe geben.
„Bauer!“
„Hopp-Hopp!“
„Papa!“
Ole Zeuner (fast 2 Jahre) benennt Bauern, Springer und König!