Lösungen zu Schach für hellste Köpfe 1995, Teil 1

Lösungen zu Blatt Nr. 1

Stellung 1

1.Dxg7+ Kxg7 2.Sf5+ Kg8 3.Se7#

Stellung 2

1...Txd3 2.Dxd3 Dxh2+ 3.Kxh2 Sg4+ 4.Kh1 (oder Kh3) Sxf2+ 5.Kh2 Sxd3-+

Stellung 3

1.Txg7+ Kxg7 2.Tb7+ Kg6 3.Df7+ Kf5 4.Tb5+ Ke4 5.f3+ und Schwarz muß sich schon gewaltig strecken, wenn er nicht bald Matt werden will, etwa 5...Kd3 (5...Ke3 6.Db3 führt zur Hauptvariante) 6.Db3+ Ke2 (6...Kd2 7.Lf4+ Ke1 8.Db1 Ke2 9.Df1#) 7.Db2+ Kd3 8.Db1 Ke2 (8...Tc2 9.Dd1 Td2 10.Db3 Ke2 11.Dc4 Ke1 12.Df1#) 9.Tb2+ Ke3 10.De1+ Kd4 11.Dd2+ Kc4 12.Tb4#
Am besten ist noch 6...Tc3 7.Dd1+ Ke3 (7...Kc4 8.Tb4#) 8.Txh5 Sxh5 9.Lb4!+- (9.De1+ Kd3 10.De8 Tc1+ ist unnötig schwierig)

Stellung 4

1.Dxh7+ Kxh7 2.Sxf6+ Kh6 (2...Kh8 3.Sg6#) 3.Seg4+ Kg5 4.f4+ Kh4 (4...Kxf4 5.g3+ Kf3 6.O-O#) 5.g3+ Kh3 6.Lf1+ Lg2 7.Sf2# oder 6.O-O und 7.Sf2#
Es geht auch 4.h4+ Kf4 5.g3+ Kf3 6.Kf1 oder 6.O-O und 7.Sh2#, aber auch 6.Le2+ Kg2 7.Th2+ Kg1 8.O-O-O# (oder 8.Kd2#) führen zum Ziel.

Stellung 5

1.Sf6+ gxf6 2.exf6 mit den Drohungen 3.Dxf8 Kxf8 4.Td8# und 3.Dg3,4.Dg7#. Am besten ist nun noch 2...Dxf1 3.Txf1 (3.Kxf1 La6 und Kh8) e5 4.Dxe5 Kh8, aber auch hier steht Weiß auf Gewinn.

Stellung 6

1...Df1+ 2.Lg1 Df3+ 3.Lxf3 Lxf3#

Lösungen zu Blatt Nr. 2

Stellung 1

1.Txb7+ Dxb7 2.Dxe5 Sxe5 (2...f6 3.Lxf6 Txf6 4.Dxf6) 3.Lf6#.
Auch 1...Sxe7 2.Txc7 Lxc7 3.Dc3+ f6 4.Dxc7 fxg5 5.De5+- und 1...Txe7 2.Txc7 Txc7 3.Lxc6+- verlängern den Widerstand nur unwesentlich.

Stellung 2

1.Th8+ Kf7 2.Le8! Sxe8 3.Kg5 und 4.Th8#, aber nicht 2.Kf5 Lxe4! oder 2.Kg5 Sxe4

Stellung 3

1.Dxg8+ Kxg8 2.Sf6+ Lxf6 (2...Kf7 3.g8D+ Ke7 4.De8 Kxf6 5.Dxe6#) 3.Le6+ Kh7 4.g8D+ Kxh6 5.Lf5 Lg7 6.Dh7 Kg5 7.Dg6 Kf4 (Kh4 8.Dg4#) 8.Dg3#

Stellung 4

1.La3 Dxa3 2.Sh5+ gxh5 3.Dg5+ Kf8 4.Dxf6+ Kg8 5.e7 und Schwarz hat kein Dauerschach: 5...Dc1+ 6.Kf2 Dd2+ 7.Kg3 De3+ (7...De1+ 8.Kh3) 8.Kh4 De4+ 9.Kxh5 De2 10.Kh4 11.g4 De1 12.Kh5+-
Aber auch 1...De8 rettet nicht: 2.Dc7 Kg8 3.Le7 Sg4 4.Dd7 Da8 5.Ld8 oder 5.Lf6 bzw. 4...Da8 5.Ld8 oder 5.Lf6.

Stellung 5

1.Txe7 Dxe7 2.Df3 Kg7 3.Sce4 dxe4 4.Sxe4 De6 (4...Dxe4 5.Lxf6+) 5.Lxf6 Kg8 (5...Kh6 6.Df4) 6.Df4 und 7.Dh6, 8.Dg7#

Stellung 6

1.Te4+ Kf8 (1...Kxf7 2.Se5+; 1...Kd7 2.Dg7) 2.Te8+ Txe8 (2...Kf7 3.Se5 Kxe8 4.Dxc7 dxe5 5.Db7+- oder 3...dxe5 4.Dxc7+ Kxe8 5.Dc6+) 3.Dxg7 Kxg7 4.fxe8S+

Lösungen zu Blatt Nr. 3

Stellung 1

1...De1+ 2.Txe1 Sf2+ 3.Kg1 Sxh3+ 4.gxh3 hxg6-+

Stellung 2

1.Lf6 Lf8 (1...Lxf6 2.exf6 g6 3.Dg5 und Dg5,Dg7#) 2.Lxh7+ Kxh7 (2...Kh8 3.Dh5 und 4.Lg6,Dh7#) 3.Td3 (3.Dh5+? Kg8 4.Td3 Dc6!) 3...Dc6 (3....gxf6 4.Th3+ Lh6 5.Dh5 und 6.Dxh6,7.Dh8#) 4.Th3+ Kg8 5.f3 und 6.Dh5+- Aber auch 1.Lxh7+ gewinnt, obwohl es Schwarz mehr Möglichkeiten läßt: 1...Kxh7 (1...Kf8 2.Lh6+-) 2.Lf6 Lxf6 (2...gxf6 3.Td3 Lf8 4.Th3 Lh6 5.Dh5+-; 2...Lf8 führt zu obiger Variante) 3.exf6 gxf6 (3...g6 4.Dh4+, 5.Dh6 und Matt) 4.Td3+-

Stellung 3

1...Lxh2+ 2.Kxh2 (2.Kh1 Dh4-+) 2...Dh4+ 3.Kg1 Lxg2 4.Kxg2 (4.f3 Dh1+ 5.Kf2 Lxf1 6.Dxf1 Dh2+ 7.Dg2 Te2+) 4...Tc6! 5.Lf4 (5.Df3 Tg6 6.Dg3 Txg3 7.fxg3 Te2 8.Tf2 Txf2 9.Kxf2 Dh2-+) 5...Dxf4 6.Th1 (6.Te1 Txe1+ 7.Dxe1 Dg4+ 8.Kf1 Dh3+ 9.Ke2 Te6+ 10.Se3 dxe3-+) 6...Tf6! 7.Th2 (7.Th3 Dxf2 8.Kh1 Te2 9.Dg1 Df3! 10.Txf3 Th6+ 11.Dh2 Texh2+ 12.Kg1 Th1+ und 13...Txa1-+) 7...Tg6+ 8.Kf1 (8.Kh1 Te1+ 9.Dxe1 Df3+ 10.Tg2 Dxg2#) 8.Dxh2 und Matt in 3 Zügen

Stellung 4

1...Lg1 2.Sxg1 Dh2+ 3.Kf3 e5! 4.dxe5 Sdxe5+ 5.fxe5+ 6.Kf4 Sg6+ 7.Kf4 f4! 8.exf4 Lg4 9.Kxg4 Se5+ 10.fxe5 h5#

Stellung 5

1.axb4 Dxa1 (sonst Figur weniger) 2.Kd2 Dxh1 (oder 2...Dxb2) 3.Dxc6 bxc6 4.La6#

Stellung 6

1...d4 2.cxd4 cxd4 3.Lxd4 Lxd4 4.Txd4 Txd4 5.Sxd4 Dxh3 6.gxh3 Sxf2+ 7.Kg1 Sxh3#

Lösungen zu Blatt Nr. 4

Stellung 1

1...Lxc3 2.bxc3 (2.b3 Ta1+ 3.Kg2 a4-+) 2...b3 3.Tb6 Tb4 4.cxb4 a4 5.Tb8 Kh7 6.Ta8 b2 -+ (7.Txa4 b1D+ 8.Kg2 Dc2+)

Stellung 2

1.Tc7 Dxc7 2.Td8 De7 (2...Txd8 3.Dxc7 Tg8 - hier ist es wichtig, daß Weiß ein Luftloch hat und nicht durch Td1 mattgesetzt wird - 4.Le5 und 5.Dc6+-) 3.Txe8+-

Stellung 3

1.Lxe5 fxe5 2.Sg5 Kg7 (2...Tfc8 3.Dxh7+ Kf8 4.Sxe6+ fxe6 (deswegen Tfc8) 5.Td7+-) 3.Dxh7+ Kf6 4.Se4+ Ke7 5.Dh4+ f6 6.Tdc1! und Weiß gewinnt seine Figur zurück und verbleibt mit 2 Mehrbauern: 6...Tac8 7.Txc5 Db8 8.f4 Txc5 9.Sxc5 Db6 10.Sxe6 Dxe3+ 11.Kh1 Kxe6 12.fxe5 fxe5 13.Dg4+ Tf5 14.Dg6+ Tf6 15.De8+ Kf5 16.Tf1+ und Schwarz gab auf.

Stellung 4

1.Sc6 Lxc6 2.dxc6 fxe3 3.c7 De7 (3...Dxc7? 4.Lxf7+-) 4.Txf7 Txf7 5.Dxd7 Dxd7 6.cxb8D Lf8 7.Tf1 Schwarz gab auf (7...e2 8.Txf7 e1D 9.Tf1+ Kg7 10.Dxf8#)

Stellung 5

1...Txg2+ 2.Kxg2 (2.Kh1 Sf2+ -+) 2...Tg8+ 3.Kh1 Dg5! 4.Sxg5 (4.Tg1 Dxg1+ 5.Sxg1 Sxf2# oder 5...Sg3#) 4...Sg3+ 5.Kg1 Sxe2# oder 4...Sxf2+ 5.Kg1 Sh3#

Stellung 6

1.Lf3 (droht 2.Txe6) 1...Kf7 (1...Dd7 2.Ld5 Lf7 3.Txe8 Lxe8 4.Te6 Dd8 5.De5+-) 2.Ld5 Dd6 3.De3 Te7. Im Moment ist nicht zu sehen, wie Weiß den Druck verstärken will. Er entdeckt aber ein neues Angriffsziel: 4.Dh6! Kg8 5.h4! a6 6.h5 f4 7.hxg6 hxg6 8.Txe6! und Schwarz gab auf (8...Txe6 9.Txe6 Txe6 10.Dxg6+ und 11.Dxg6+-

Lösungen zu Blatt Nr. 5

Stellung 1

1.Sxg7 Kxg7 2.Lf6+ Kg6 (2...Kg8 3.Dh5 Le3 4.Lxe6 fxe6 5.Dg4+-) 3.Lxe6 fxe6 (3...h5 4.Tf5 Th8 5.Df3+-) 4.Dg4+- oder 1...Lxc4 2.Lf6 Le7 (2...Lxe2 3.Sf5+ Kg8 4.Sh6#) 3.Df3 (mit der Idee 4.Sh5+, Kg8, Sh6#/Dg3# und 4.Se6+) 3...Lxf6 (3...Sd5 4.Txd5) 4.Dxf6+-

Stellung 2

1.Tbf1 Tf7 2.Dd7 Tef8 3.De7 (mit der schrecklichen Drohung 4.Dxf8) 3...Dxa3 4.Dxa3 Txf6 5.Dxf8+ Txf8 6.Txf8# oder 1...Sf7 2.Txg6 Kh8 2.Lg7 Kg8 3.Lf6 hxg6 4.Dxg6 Kf8 5.Dg7#, aber auch 2.Df3 (mit der Idee 3.Df6) genügt zum Gewinn (2...Db2 3.c3).

Stellung 3

1...Txc2+ 2.Kxc2 Dd3+ 3.Kc1 Dxc3+ 4.Kd1 (4.Kb1 Ld3#) 4...Le2+ 5.Kxe2 Sd4+ 6.Kf1 Txf2+ 7.Kxf2 Df3+ 8.Ke1 De2# oder 2.Kb1 Tb8+ 3.Kxc2 Dd3+ 4.Kc1 Dxc3+ 5.Kd1 Dxa1+ 6.Kd2 Dxa2 und Matt in 2.

Stellung 4

Dies ist ein Festival der Springergabeln: 1.De2 Da4 2.Dc2 Dd7 3.Dc6 Dd8 4.Dg6+ Kf4 5.Dg3+ Ke3 (5...Kf5 6.Dg5+ Ke6 7.Dg4+ Kd5 8.Sxd4 Kxd4 9.Dd1+ und 10.Dxd8+-) 6.Sxd4 Kxd4 7.Dc3+ Kd5 8.Dd2+ und 9.Dxd8+-

Stellung 5

1...Txe5 2.dxe5 Dxe5 3.Dxe5 Lxe5 4.Txg5+ Kh7 5.Tgxe5 bxc3 6.T5e2 (6.Tb5 Td1 7.Txd1 c2 8.Tf1 c1D (mit der Idee c3-c2) 9.Kg2 Dxf1 10.Kxf1 c3 und 11...c2-+) 6...Td2 7.Td2 (7.Kf1 Txe2 8.Kxe2 c2-+) 7...c3xd2 8.Tf1 c3-+. Aber auch 1...Df5 gewinnt, wenngleich dies etwas weniger klar und schön: 2.Txb2 Lxe5-+ oder 2.Dxg5 Dxg5 3.Txg5 Txe5 4.dxe5 bxc3-+ oder 2.Txg5 b1D 3.Txb1 Dxb1 4.Kg2 Dc2+ 5.Kg1 (5.Kg3 Dd3-+) 5...Dc3 6.Dh6 (6.Dg5 Dxd4+) 6...De1+ 7.Kg2 Txe5 8.Tg5+ Ke7-+

Stellung 6

Diese Stellung entstand nach 1.e4 e5 2.Sf3 d6 3.d4 Lg4 4.dxe5 Lxf3 5.Dxf3 dxe5 6.Lc4 Sf6 7.Db3 De7 8.Sc3 c6 9.Lg5 b5. Weiß zwang Schwarz nun in eine tödliche Fesselung: 10.Sxb5 cxb5 11.Lxb5+ Sbd7 12.O-O-O Td8 13.Txd7 Txd7 14.Td1 De6 15.Lxd7+ Sxd7 16.Db8+ Sxb8 17.Td8#

Lösungen zu Blatt Nr. 6

Stellung 1

Hierzu muß man sich an die Regel erinnern, daß «König auf der 6.Reihe vor dem Bauern» immer gewinnt: 1.Kc4 (1.Kd4 Kd8 und Schwarz hätte die Opposition) 1...Kd7 2.Kb5 (2.Kc5 Kc7; mit 2.Kb5 erobert Weiß die Diagonalopposition) 2...Kc7 3.Kc5 Kd7 4.Kb6 Kd8 5.Kc6 Ke7 6.Kc7 Ke8 7.Kd6 Kf7 8.Kd7 gewinnt nun den Bauern und die Partie: 8...Kf8 9.Kxe6 Ke8 10.Kd6 Kd8 11.e6 Ke8 12.e7 Kf7 13.Kd7 usw. Eine andere Möglichkeit für Schwarz wäre noch der Versuch, mit 1...Kf7 zum Gegenangriff auf den Bauern e5 überzugehen: 2.Kc5 Kg6 3.Kc6! (3.Kd6?? Kf5!-+) 3...Kg5 (3...Kf5 4.Kd6+-) 4.Kd7! Kf5 5.Kd6 usw.

Stellung 2

Weiß muß sich in dieser Stellung davor hüten, nach der Eroberung des Bauern a7 mittels Kxa7 nicht durch Kc7 eingesperrt zu werden. Er erreicht dies indem er nicht den «direkten» Weg nach a7 nimmt (denn 1.Ke7 Kc3 2.Kd7 Kd5 3.Kc7 Ke6 4.Kb7 Kd7 5.Kxa7 Kc7 und Remis), sondern dem schwarzen König den kürzesten Weg nach c7 über d4-e5-d6 versperrt: 1.Ke6 Kc3 2.Kd5! (2.Kd6? Kd4 3.Kc6 Ke5 4.Kb7 Kd6 5.Kxa7 Kc7 genügt nicht) 2...Kb4 (oder 2...Kd3 3.Kc6 Ke4 4.Kb7 Kd5 5.Kxa7 Kc6 6.Kb8+-) 3.Kc6 Ka5 4.Kb7 Kb5 5.Kxa7 Kc6 6.Kb8+-

Stellung 3

1.d5 Kd7 (auch der Gegenangriff 1...Kc5 2.Ke5 Kxb5 3.d6 Kc6 4.Ke6 hilft nicht) 2.Ke5 Ke7 3.d6+ Kd8! (3...Kd7 4.Kd5 und 5.Kc6 bereitet Weiß keine Probleme), doch nun muß Weiß schon in die Trickkiste greifen, da 4.Kd5 Kd7 nicht weiterhilft; er hat hierzu 2 Möglichkeiten: Er kann den Bauern auf d7 opfern und die Opposition erobern oder ein sogenanntes Dreiecksmanöver ausführen, um die Zugpflicht an den Schwarzen abzutreten und ihn so in Zugzwang zu bringen. In Zügen bedeutet dies: 4.d7! Kxd7 (4...Ke7 5.d8D+ Kxd8 6.Kd6 usw.) 5.Kd5 Kc7 6.Ke6 Kb7 7.Kd7 Kb8 8.Kc6 Ka7 9.Kc7 Ka8 10.Kxb6 Kb8 und hier darf Weiß nicht 11.Kc6 Ka7! 12.b6+? Ka8! mit Remis wegen des Patts nach 13.Kc7 spielen, sondern 11.Ka6! Ka8 12.b6 Kb8 13.b7 usw. Das Dreiecksmanöver wird auf folgende Weise verwirklicht: 4.Kd4 Ke8 5.Ke4 Kd8 6.Ke5 und Schwarz ist im Zugzwang: Auf 6...Ke8 gewinnt 7.Ke6, während nach 6...Kd7 der Weiße mittels 7.Kd5 und 8.Kc6 gewinnt.

Stellung 4

Stellung 3 um eine Reihe nach unten geschoben wäre ebenfalls für Weiß gewonnen, er muß allerdings dem Gegenangriff auf den Bauern b4 mehr Beachtung schenken [1.d4 Kc4 (1...Kd6 2.Ke4 Ke6 3.d5+ Kd7 4.Ke5 Ke7 5.d6+ Kd7 6.Kd5 und 7.Kc6) 2.Ke4 Kxb4 3.d5 Kc5 (sonst kommt Weiß schneller zur Dame) 4.Ke5 b4 5.d6 b3 (5...Kc6 6.Ke6 ändert nichts) 6.d7 b2 7.d8D b1D 8.Dc8+ Kb4 9.Db7+ und gewinnt die Dame]

In der vorliegenden Stellung aber kommt eine Besonderheit des Läuferbauern zum Tragen, denn auf den ersten Blick scheint Schwarz nach 1.e4 Ke6 2.Kf4 Kf6 3.e5+ Ke7 4.Kf5 Kf7 5.e6+ oder 1...Kd4 2.Kf4 Kxc4 3.e5 Kd5 (3...Kd3 4.e6 c4 5.e7 c3 6.e8D c2 7.De3+ gewinnt leicht) 4.Kf5 c4 5.e6 c3 6.e7 c2 7.e8D c1D 8.Dd8+ und 9.Dc8+ wieder zu verlieren, aber er hat nach 1.e4 Kd4 2.Kf4 Kxc4 3.e5 noch 3...Kb3! in petto, denn nach 4.e6 c4 5.e7 c3 6.e8D c2 ist ein bekanntes Remisendspiel entstanden, in dem Weiß aufgrund einer Pattidee nicht gewinnen kann. Etwa 7.De1 Kb2 8.Db4+ Ka2 9.Dc3 Kb1 10.Db3+ Ka1! und Weiß kommt nicht weiter.

Stellung 5

Diese Stellung ist klar Remis. Hier vielleicht eine allgemeine Regel: Es ist oft von Vorteil, die gegnerischen Bauern in ihrer Bewegungsfreiheit einzuschränken, damit diese keine freien Tempozüge zur Verfügung haben und so in Zugzwangsstellungen den Gegner nicht «austempieren» können.

Nach dieser Regel erreicht Schwarz am einfachsten Remis, indem er 1...e5! spielt; weder 2.Ke4 Ke6, 2.Kd2 Ke6 3.Kc3 Kd5 noch 2.f4 Kf5! (nicht 2...exf4 3.Kxf4 Ke6 4.Ke4 Kd6 5.Kd4!+-) 3.fxe5 Kxe5 und eine bekannte Remisstellung ist entstanden. Aber auch 1...Ke5 führt zum Remis: 2.Ke2 Kf4 3.d4 Kg5! und Schwarz verhält sich stets so, daß er auf Ke3 die Antwort Kf5 parat hat und sichert sich so Remis. Zum Verlust hätte allerding 3...Kf5 4.Ke3 Kg6 3.Kf4 Kf6 4.Ke4 nebst 5.Ke5 oder 1...Kf5 2.d4 Kg6 3.Kf4 usw. geführt, wie man an den folgenden Varianten erkennt, wenn in der Anfangstellung Weiß am Zug ist.

Ist also Weiß am Zug, so gewinnt er mit 1.Ke4! (und weder 1.Kf4 e5 2.Kg4 Kg6, 1.f4 Kf5 2.Kf3 e5 noch 1.d4 Kf5 2.Kd3 Kf4 3.Ke2 Kg5!) 1...Kf7 (sofort verliert 1...e5 2.f4! oder auch 1...Ke7 2.Ke5 Kd7 3.d4 Ke7 4.f4 Kd7 5.d5 oder 4...Kf7 5.f5) 2.Ke5 Ke7 3.f4 (3.d4 Kf7 4.Kd6 gewinnt auch) 3...Kd7 (3...Kf7 4.f5+-) 4.Kf6! (nicht 4.d4 Ke7 mit Remis) 4...Kd6 5.d4 und Weiß hat die Opposition gewonnen und Schwarz so in Zugzwang gebracht: 5...Kd7 (5...Kd5 6.Ke7+-) 6.Kf7 Kd6 7.Ke8! Kc6 Ke7 Kd5 9.Kd7 Kxd4 10.Kxe6 usw.

Stellung 6

Erwähnen sollte man hier die Remisstellung Kc4,Ba5 und b6 gegen Kb7,Ba6. Denn das Vorrücken des b-Bauern unterstützt vom weiß Kc6 führt nur zum Patt, wie man leicht sieht. Hier hingegen wird der Gewinn auf folgende Weise erzwungen:

1...Kd6 2.Ke4 Ke6 3.Kf4 Kd6 (Schwarz muß im «Quadrat» c6-c8-e8-e6-c6 des Bauern c6 bleiben, so daß Weiß nun mit seinem König vorankommt:) 4.Kf5 Kc7 5.Ke6 Kc8 und die Schwierigkeit, daß 6.Kd6 Kd8 7.c7+ Kc8 8.Kc6 remis nicht genügt, werden ähnlich wie in Stellung 3 mittels 6.c7 Kxc7 7.Ke7 beseitigt. Zum weiteren Verlauf dieser Stellung vergleiche man eben diese Stellung 3.

Lösungen zu Blatt Nr. 7

Stellung 1

Diese Stellung ist für Weiß gewonnen, wenn er am Zug ist. Wäre nämlich Schwarz am Zug, so könnte er sofort mittels 1...f5+ 2.exf5 Kf6 Remis erreichen. Wieder zuerst ein allgemeiner Grundsatz. Wichtig ist es in Bauernendspielen, die Position des eigenen Königs maximal zu verbessern und erst dann mit den Bauern vorzurücken. Hier führen zum Beispiel 1.e5 fxe5 als auch 1.f5+ Kg7 nur zu Remis. Richtig ist hingegen das folgende Königsmanöver:

1.Kf3 Kf7 (1...Kh5 2.Ke3 Kg4 3.e5 und Kd4-d5-e6 wäre hoffnungslos, aber nicht 2.e5? Kg6! 3.Ke4 Kf7) 2.Ke3 Ke6 3.Kd4 Kd6 4.f5!. Dieser Bauernzug im richtigen Moment bricht den schwarzen Widerstand: 4...Kc6 5.e5! oder 4...Ke7 5.Kc5! Kd7 6.Kd5+-. Fazit: In derartigen Bauernendspielen nähert sich der König am besten von der Seite, wo seinem Bauern kein gegnerischer gegenübersteht.

Stellung 2

Weiß gewinnt hier, egal wer am Zuge ist. Wäre Schwarz am Zuge, so könnte folgen: 1...g6 2.Kh6 Kf6 3.g5 Kf7 4.Kh7 oder 1...Kf8 2.Kg6 Kg8 3.h5 Kh8 4.h6 Kg8 5.g5+- oder 1...Kg8 2.Kg6 Kh8 3.h5 Kg8 4.h6 usw.

Ist Weiß am Zug, so kann folgen: 1.Kf5 g6 (sonst gelangt der König wie in obigen Varianten nach g6) 2.Ke5 (nicht 2.Kg5? Kg7 3.Kf4 Kf6 mit Remis) 2...Ke7 3.g5 Kf7 4.Kd6+-

Stellung 3

Ohne seinen Freibauern wäre Weiß verloren, denn dann würde der König nach c4 eindringen. Durch den entfernten Freibauern f4 kann Weiß aber den König von den Bauern b4 und b5 ablenken: 1.f5 Ke5 2.f6 Kxf6 3.Kxd4 Ke6 4.Kc5 Kd7 5.Kxb5 Kc7 6.Ka6+-

Stellung 4

Hier besitzt Weiß einen gedeckten Freibauern gegen den weit entfernten Freibauern h7. Der gedeckte Freibauer ist aber viel stärker, denn Weiß kann sich in aller Ruhe den Freibauern schnappen: 2.Kd3 Kd5 3.Ke3 Ke5 4.Kf3 Kd5 (weiter kann sich der schwarze König nicht wagen, da er sonst das Quadrat des Bauern b5 verläßt) 5.Kg3 und Weiß gewinnt indem er den h-Bauern erobert und dann zum Damenflügel zurückkehrt, etwa 5...Kc5 6.Kh4 Kd6 7.Kxh5 Kd5 8.Kg5 Kc5 9.Kf4 Kd6 6.Ke4 Ke6 7.Kd4 Kd6 8.Kc4 Kc7 9.Kd5! Kb6 10.Kd6 Kb7 11.Kc5 Kc7 12.b6+ Kb7 13.Kb5+-, aber auch 9.Kc5 verschenkt noch nicht den Gewinn, erschwert ihn aber: 9.Kc5 Kb7 10.Kd5 (10.b6? Ka6! 10.Kd6 Kb6 11.Kd7 Kb7) 10...Kc7 11.Ke6 Kb6 (11...Kb7 12.Kd7 Kb6 13.Kc8) 12.Kd6 Kb7 13.Kc5 (oder 13.Kd7) usw.

Stellung 5

Hier spielt der Anzug eine große Rolle, z.B. remisiert Schwarz, wenn Weiß am Zug ist: 1.Ke3 Ke5 2.Kd3 Kd5 3.Kc3 Ke4 oder 1.h4 Ke5 2.Ke3 Kf5.

Ist hingegen Schwarz am Zug, so kann Weiß den Gewinn erzwingen: oder 1...Kg5 2.Ke4 Kf6 (2...h4 3.g4+- vergleiche unten) 3.Kf4 Kg6 4.Ke5 Kg5 5.h4+ Kg4 (5...Kg6 6.Ke6 Kg7 7.Kf5 Kh6 8.Kf6 und 9.Kg5+-) 6.Kf6 Kxg3 7.Kg5+- 1...Ke5 (1...h4 2.g4+ Ke5 3.Ke3 ist einfach) 2.Ke3 Kf5 3.Kd4 h4 (Die einzige Gegenchance, ansonsten wird Schwarz wie oben von seinem Bauern abgedrängt) 4.g4+ (und nun ähnlich wie in Stellung 4, nur einfacher) 4...Kf4 5.Kd5 Kg5 (nach 5...Kg3 kommt zu Schwarz spät) 6.Ke5 Kg6 7.Kf4 Kf6 8.g5+ usw.

Stellung 6

Weiß besitzt hier ein Übergewicht von 3 gegen 2 Bauern. Ein derartiges Übergewicht ist oft leichter zu realisieren als mit 2 Bauern gegen 1 Bauern.

1.g6 (oder 1.Kd5, aber nicht 1.h6? gxh6 2.gxh6 Kf7 oder auch nicht 1.f6+? gxf6 2.gxf6 Kf7 3.Kf5 Ke8! mit Remis) 1...h6 (nach 1...hxg6 2.hxg6 gewinnt Weiß wie in der Hauptvariante) 2.Kd5 (nicht 2.f6+ gxf6 3.Kf5 Kf8! mit Remis!!!) 2...Kf6 3.Ke4 (oder 3.Kd6 Kxf5 4.Ke7 und 5.Kf7) 3...Ke7 4.Ke5 Kf8 5.Ke6 Ke8 6.Kd6 Kf8 7.Kd7 Kg8 8.Ke7 Kh8 9.f6 gxf6 10.Kf7+-

Auch falls Schwarz am Zug ist, so kann er sich nicht retten: 1...Kf7 (1...g6 2.hxg6 hxg6 3.fxg6 Ke8 4.Ke6 Kf8 5.Kf6 Kg8 6.g7 Kh7 7.g8D+ Kxg8 8.Kg6 usw. oder 1...h6 2.g6 und weiter wie oben, aber auch 1...h6 2.gxh6 gxh6 3.f6+ gewinnt, aber nicht 2.f6+? Kf7 mit Remis) 2.g6+ (oder 2.Kd6) 2...Kg8 3.Ke6 Kh8 4.Kf7 hxg6 5.h6! gxh6 6.fxg6 und Matt in 3 Zügen.

Lösungen zu Blatt Nr. 8

Stellung 1

1.Tc2 und es gibt keine Rettung mehr: z.B. 1...De8 2.Dxd7 Dxd7 3.Txd7 Txc2 4.Td8+ oder 1...Txc2 Th8+ oder 1...Txh7 2.Txc8 Dxc8 3.Dxc8#

Stellung 2

1.Lh6+ Kg8 2.g7 (Weiß hat hier das Problem, daß er wegen der Pattgefahr nicht einfach den e-Bauern erobern kann und auch z.B. das Endspiel Ke6,Lh6 und Bg7 gegen Kg8 und Bh7 Remis ist) 2...Kf7 (2...e5 3.Ke6 e4 4.Kf6 e3 5.Lxe3+- oder 2...e6 3.Kd6! Kf7 (3...e5 4.Ke6) 4.Ke5 Kg8 5.Kf6 e5 6.Ke6 e4 7.Kf6 e3 8.Lxe3+-) 3.g8D+! Kxg8 4.Ke6! Kh8 5.Kf7 e5 6.Lg7#

Stellung 3

1.Dg4! Db5 (1...Dd8 2.Dxc8 Txe2 3.Dxd8+-) 2.Dc4!! Dd7 3.Dc7!! Db5 4.a4! (4.Dxb7 Dxe2!) 4...Dxa4 (4...Dxe2 5.Txe2+-) 5.Te4 Db5 (5...h6 6.Dxc8 Dxe4 7.Dxe8+-) 6.Dxb7+-

Stellung 4

Schwarz hat hier mehr als eine Gewinnmöglichkeit, aber die schönste ist: 1...Dg3!.
A) 2.hxg3 Se2#
B) 2.fxg3 Se2+ 3.Kh1 Txf1#
C) 2.De5 Se2+ 3.Dxe2 (3.Kh1 Txh2#) 3...Dxh2#
D) 2.Dxg3 Se2+ 3.Kh1 Sxg3+ 4.Kg1 (4.fxg3 Txf1#) Se2+ -+

Stellung 5

1.e5! Dg5 2.h4 Dg4 (nun ist die Dame von e7 abgelenkt) 3.Da3+ Kg8 4.Se7+ Kf8 5.Sg6+ Kg8 6.Df8+ Txf8 7.Se7#

Stellung 6

1...Dxf4+ 2.Kf2 (2.Kxf4 Lh6#) 2...Sg4+ 3.Kg2 Se3+ 4.Kf2 Sd4 5.Dh1 (oder 5.Dd3 Sg4+ 6.Kg2 Se3+ -+) 5...Sg4+ und 6...Sxf3-+

Lösungen zu Blatt Nr. 9

Stellung 1

1...Lxf3 2.Lxf3 Le5-+

Stellung 2

1...h5 2.a4 h4 3.a5 h3 4.a6 h2 5.a7 h1D 6.a8D+ Kg1 7.Da1+ Kg2 8.Dg7+ Kh3 9.Dh6+ Kg2 10.Dg5+ Kh3 11.Dh5+ Kg2 12.Dg4+ Kh2 13.Kf2! und Matt

Stellung 3

1.Txe7 Kxe7 2.Lg5+ Kd6 (2...Ke8 3.De2 Kf7 4.Ld5 Kg6 5.De4 Kg5 6.Df4 Kh5 7.Lf7 und 8.Dh4#) 3.Dd1+ Kc7 (3...Ke6 4.Dd5#) 4.Lf4+ Kb6 5.Dd6+ Ka7 6.De7+ Tc7 7.Le3+ Kb8 8.Dd8+ Tc8 9.Db6#

Stellung 4

1.Sf5! (rämt die Diagonale nach h2)
A) 1...Sxd7 2.Dh2+ Kg8 3.Dg3+ und 4.Dg7#
B) 1...exf5 2.Dh2+ Kg8 3.Dg3+ Kh8 4.Dg7#
C) 1...Db8 2.Th7+ (rämt den Weg nach g7) 2...Sxh7 3.Dg7#

Stellung 5

1.Txe4 Dxe4 2.Dg3+ Kh8 3.Sxf7+ Txf7 4.Ta8+ und Matt

Stellung 6

1...Txh3 (Ablenkung des Bauern g2) 2.gxh3 d4 (Rämung des Feldes d5) und gegen Db5-d5-g2# ist kein Kraut gewachsen.

Lösungen zu Blatt Nr. 10

Stellung 1

1.Td5!, z.B. 1...Lxd5 oder 1...exd5 2.Dxd8#, 1...Txd5 2.Df8# bzw. 1...Dxd5 2.Df6#

Stellung 2

1.h6+ Kh8 2.Le6! und Weiß gewinnt einen Läufer: z.B. 2...Dxe6 3.Df8+ Dg8 4.Df6+ +-. Falls aber Schwarz versucht ihn mittels 2...d5 zu decken, so 3.De5+ und auf Wegziehen des Läufers geschieht 3.Dd4+

Stellung 3

1.Txe5 Txe5 2.Kg1+-

Stellung 4

1.Le8 Df5 2.Te6!+- (unterbricht die Diagonale c8-h3)

Stellung 5

1...Txg3 2.Txg3 Tg8-+ und diese Kreuzfesselung (3.Reihe bzw. g-Linie) gewinnt.

Stellung 6

1...Te1+ 2.Kh2 Tc1!-+

Literaturangaben

(im wesentlichen:)
Blatt 1,2,3,4,5 : Koblenz, Spielend leicht kombinieren, Sportverlag.
Blatt 6,7 : Keres, Praktische Endspiele, Schacharchiv Rattmann.
Blatt 8,9 : Linder, Faszinierendes Schach, Sportverlag.
Blatt 10 : Neistadt, Schachpraktikum, Sportverlag.

Zeichenerklärung

+ Schach
# Matt
+- entscheidender Vorteil für Weiß
-+ entscheidender Vorteil für Schwarz